• Finanzierung und Standort gelten als "Stolpersteine" - Eltern müssen sich noch gedulden

Berlin : Finanzierung und Standort gelten als "Stolpersteine" - Eltern müssen sich noch gedulden

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Die staatliche Internationale Gesamtschule wird frühestens zum neuen Schuljahr ihren Betrieb aufnehmen. Die zunächst geplante Eröffnung zum 1. Februar sei definitiv "nicht möglich", sagte Schul-Staatssekretär Thomas Härtel (SPD) auf Anfrage. Zunächst müsse noch die Finanzierung sowie die Standortfrage geklärt werden. Die neuerliche Verzögerung dürfte viele Eltern überraschen. Immerhin hatte die SPD bereits vor knapp einem Jahr beschlossen, dass Berlin eine solche Schule brauche, um seiner Rolle als Regierungssitz gerecht zu werden.

Zunächst wurde die Inbetriebnahme sogar schon für den Sommer vergangenen Jahres ins Auge gefasst, und zwar am Moabiter Werder. Dann stellte sich heraus, dass der Standort unpassend und zudem das Diplomatenklientel erst im Winter vollständig vor Ort wäre. Im Herbst verkündete die Senatsschulverwaltung, dass man die Schule zum 1. Februar 2000 am Zehlendorfer Hüttenweg eröffnen wolle.

Längst liegt das Konzept für die Schule vor. Sie soll mit der Vorschule beginnen und bilingual englisch-deutsch bis zur 13. Klasse führen. Da es sich um eine Gesamtschule handelt, könnten alle deutschen Abschlüsse - vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur - erworben werden und darüberhinaus noch die Highschool-Diplome.

Die Kultusministerkonferenz prüft zudem die Voraussetzungen für den Erwerb des Internationalen Abiturs. Dies wird bislang nur in der Internationalen Schule in Neu-Fahrland bei Potsdam sowie in der International School der privaten Kant-Schule (Steglitz) angeboten.

Wichtig wäre die neue Schule vor allem für solche Angehörige der diplomatischen Vertretungen, die auf englischsprachigen Unterricht und einen internationalen Schulabschluss angewiesen sind, sich aber die teuren Privatschulen nicht leisten können, die rund 1000 Mark pro Monat kosten. Darüberhinaus will man aber auch Berliner Kinder aufnehmen, um den auswärtigen Schülern die Integration zu erleichtern, wie Evelyn Terzioglu von der Senatsschulverwaltung betont. Voraussichtlich sollen als erstes die fünften und sechsten Klassen eröffnen. Festhalten wird die Schulverwaltung daran, dass zunächst der Hüttenweg Standort wird. Hier ist zwar die Erich-Kästner-Grundschule untergebracht, jedoch gibt es noch freie Räume. Mittelfristig müsste aber ein anderes Gebäude gefunden werden.

Härtel räumte gestern ein, dass Finanzierung und Standortsuche nicht so einfach seien. Schließlich solle es eine "attraktive Schule" werden. Dennoch geht er "zu 95 Prozent" davon aus, dass die Eröffnung zum neuen Schuljahr erfolgen kann. Zunächst müsse die Schulverwaltung eine Vorlage für den Senat erarbeiten. Dann werde sich herausstellen, ob die Finanzierung mehrheitsfähig sei. Hier liege "ein Stolperstein", da der Haushalt noch nicht beschlossen sei. Das Gesamtschulkonzept an sich sei aber durch die Koalitionsvereinbarung gedeckt.

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