Finanzkrise : Die Zeit der spektakulären Immobilienpreise ist vorbei

Durch die internationale Finanzkrise werden die Berliner Immobilienpreise voraussichtlich sinken. Experten rechnen damit, dass die Zahl interessierter Investoren deutlich zurückgeht. Trotzdem: Die IHK ist zuversichtlich, dass die Berliner Wirtschaft noch glimpflich davonkommt.

Matthias Oloew

Die internationale Finanzmarktkrise wird zu einer Abkühlung auf dem in den letzten Jahren „leicht überhitzten" Berliner Immobilienmarkt führen. Das erwartet Holger Lippmann, Geschäftsführer des landeseigenen Liegenschaftsfonds. „Für einige Grundstücke und Gebäude haben wir absolut spektakuläre Preise erzielen können", sagte er am Freitag, „das wird sich nun wohl nicht mehr fortsetzen." Der Liegenschaftsfonds hat derzeit rund 4500 Grundstücke und Gebäude im Angebot - von der Kleingartenparzelle bis zur stillgelegten Alliiertenkaserne -, die Berlin verkaufen will, um damit Geld in die Kassen des klammen Landeshaushalts zu bekommen.

"Die Immobilienpreise gehen zurück"

Lippmann beobachtet zwei Tendenzen: Einerseits gebe es bei Projektentwicklern und Investoren eine große Unsicherheit über die Finanzierung und einen möglichen Wertverlust bei Immobilien. Andererseits gelten just in diesen Zeiten Immobilien als halbwegs verlässliche Geldanlage. Zumindest bei einigen Projektentwicklern sei noch genügend Kapital vorhanden. Lippmann rechnet dennoch damit, dass sich die Zahl der Investoren, die sich für Liegenschaften in Berlin interessieren werden, stark zurückgeht.

Für die Fremdfinanzierung von Bauprojekten seien derzeit vor allem die Volksbanken, Sparkassen und Landesbanken gefragte Ansprechpartner, die allgemein als eher als solide gelten. Lippmann rechnet für den Berliner Markt mit zurückgehenden Immobilienpreisen, sinkenden Mieterlösen und geht dennoch davon aus, dass sich ausreichend viele Investoren für die angebotenen Grundstücke in der Stadt interessieren: „Das gilt vor allem für unsere Filetstücke, wie am Humboldthafen, direkt neben dem Hauptbahnhof."

IHK: Berliner Wirtschaft wird glimpflich davonkommen

Die gesamte Berliner Wirtschaft sieht Christian Wiesenhütter, stellvertretender Hauptgeschäftfsführer der IHK Berlin, eher glimpflich davonkommen. „Es sieht so aus", sagte er am Freitag zum Tagesspiegel, „dass unsere wenig exportorientierte Unternehmsstruktur die Krise verhältnismäßig leicht in den Griff bekommt." In der Vergangenheit war der Wirtschaftsstandort Berlin gerade deswegen allerdings schlecht bewertet worden. „Das stellt sich nun als Vorteil heraus", so Wiesenhütter.

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