Berlin : Finanzsenator will Stechuhren in der Verwaltung

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Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) unternimmt einen neuen Anlauf, um eine elektronische Arbeitszeiterfassung mit Chipkarten in seiner Verwaltung einzuführen. Der Hauptpersonalrat hat das Vorhaben jedoch abgelehnt und damit zunächst gestoppt. Bereits Ende 2003 war ein erster Vorstoß des Senators auf Widerstand bei den Arbeitnehmervertretern gestoßen.

„Jetzt wird ein Einigungsverfahren nötig“, sagte Wolfgang Bräuer vom Hauptpersonalrat, der für alle Senatsverwaltungen zuständig ist. Aus Sarrazins Behörde war am Montag keine Stellungnahme zu erhalten. Die Kosten der elektronischen Stechuhren werden auf 614000 Euro geschätzt. Bisher wird die flexible „Gleitzeit“ von den Beschäftigten in Formulare eingetragen. Das neue System soll eine schnellere Erfassung ermöglichen. Die Personalräte halten den möglichen Nutzen angesichts der Kosten für gering. So sieht es auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi.

Unterstützung bekommt Sarrazin aber von der FDPFraktion, die im Frühjahr einen Antrag für elektronische Zeiterfassungssysteme im Abgeordnetenhaus eingebracht hat. Die Methode sei „gerechter, individueller und ermöglicht sehr viel flexiblere Arbeitszeitmodelle“, sagte FDP- Haushaltsexpertin Sibylle Meister. CD

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