Finanzspritze : Geld für marode Gedächtniskriche

Überraschend gibt es Geld aus dem Denkmalschutzprogramm des Bundes für die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Ist die Sanierung des maroden Turms gesichert?

Cay Dobberke

Eine gute Nachricht hat am Mittwoch die Gemeinde der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche erreicht: Die Sanierung des alten Kirchturms scheint gesichert. Denn am Mittwoch hat der Haushaltsausschuss des Bundestags fast eine Million Euro dafür bewilligt. Jetzt fehlen noch knapp 1,4 Millionen Euro, die voraussichtlich das Land Berlin beisteuert. Die Sanierung soll im Herbst 2009 beginnen.

Der Zuschuss „ist ein wunderbares Signal zur Weihnachtszeit und zum Ende des ersten Jahres unserer Spendenkampagne“, freute sich Pfarrer Martin Germer. 4,2 Millionen Euro seien nötig, um den Verfall der Turmruine zu stoppen. Die eigene Spendenaktion habe 650 000 Euro eingebracht. Mit 250 000 Euro hilft die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, eine Million Euro zahlt die Lottostiftung.

Der Haushaltsausschuss stockte die Summe um 994 300 Euro aus dem Sonderprogramm Denkmalschutz des Bundes für „national bedeutsame Baudenkmäler“ auf. Petra Merkel (SPD), Abgeordnete und Ausschussmitglied, will in „enger Zusammenarbeit“ mit Pfarrer Germer die Grundlage geschaffen haben. Dagegen teilte die auf Kulturpolitik spezialisierte Abgeordnete Monika Grütters (CDU) mit, Kulturstaatsminister Bernd Neumann habe das Sonderprogramm auf Initiative der CDU/CSU ausgeschrieben. Jetzt müsse „auch Berlin endlich die zugesagten Finanzmittel bereitstellen“, forderten Grütters und der Berliner CDU- Kulturexperte Michael Braun.

Die Stadtentwicklungsverwaltung hat bereits vor Monaten 1,5 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Im Idealfall könnten also 4,34 Millionen Euro zusammenkommen. Damit wären die Gesamtkosten auf jeden Fall gedeckt. „Berlin wird seiner Verantwortung sicher gerecht“, sagte eine zuständige Referentin der Verwaltung. Zu klären bleibe, „aus welchem Topf“ der Zuschuss kommt. Auch die genaue Summe stehe noch nicht fest.

Die Spendensuche der Gemeinde geht vorerst weiter. In diesem Jahr gab es Benefizkonzerte und viele weitere Aktionen. Mehr als 200 Berliner übernahmen Fugenpatenschaften für 100 Euro oder mehr. Bis Freitag kann man schon ab 50 Euro „Weihnachtsfugenpate“ werden.

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