Berlin : Firmen engagieren sich im Kiez

Neue Kooperationen sollen Wedding stärken

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An ihrem ersten Schultag gingen die Kinder der Wilhelm-Hauff-Grundschule im Soldiner Kiez dieses Jahr nicht nur mit einer Zuckertüte nach Hause. Auch einen kleinen Koffer, gesponsert von einer nahen Berliner-Bank-Filiale schwenkten sie in der Hand. Darin war neben Buntstiften und Malblock auch ein Gutschein über 25 Euro. Mit dem sollten die Eltern ein Konto für ihr Kind eröffnen – natürlich bei der Berliner Bank.

Die Zusammenarbeit zwischen der Schule in dem Weddinger Problemgebiet und der nahe gelegenen Berliner Bank-Filiale ist eines von drei Kooperationsprojekten im Rahmen des Quartiersmanagementgebiets Soldiner Kiez, die am Donnerstag im Kulturzentrum Glaskasten in Wedding vorgestellt wurden. „Die Unternehmen geben nicht nur ihr Geld für den guten Zweck, sondern bekommen auch etwas zurück. So sollen dauerhafte Partnerschaften auf Augenhöhe entstehen, von denen beide Akteure profitieren“, erklärt Dunja Schimmel, die mit ihrer Firma vom Quartiersmanagement beauftragt wurde, solche Partnerschaften zu organisieren. Das Projekt kostete rund 15000 Euro, gefördert aus Mitteln von Bund, Land und EU. Die Schulanfangsgutscheine soll es ab jetzt jährlich geben, außerdem engagiert sich die Bank, indem sie Schulfeste unterstützt und Informationsveranstaltungen für Schüler anbietet. Als Gegenleistung wollte die Grundschule ein Beratungszimmer in den Räumen der Bank gestalten, sagte Dunja Schimmel. In der zweiten Kooperation kommen das Frisbee Kindertreff und der CD/DVD-Hersteller und -Vertreiber Docdata zusammen, in der dritten die Freiwilligenagentur Wedding aus der Prinzenallee und die Immobilienfirma Colliers Geske, die Beratungsknowhow und Büromaterialien tauschen. Win-win-Partnerschaften nennte Dunja Schimmel diese Projekte, die auch vom Bezirksbürgermeister Joachim Zeller (CDU) ausdrücklich gelobt wurden. Er erhofft sich davon, die Bindung der Bewohner und Betriebe an den Stadtteil gestärkt werden. „Wir müssen davon wegkommen, immer den Staat zur Finanzierung sozialer Projekte zu bitten.“ sas

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