Berlin : Firmen setzen auf Galileo

-

Wenn Galileo abhebt, wollen auch Berliner Unternehmen von dem europäischen SatellitenNavigationssystem profitieren. 2010 soll das System voll betriebsfähig sein. Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Verbände der Region haben nun das Galileo Anwendungszentrum Berlin-Brandenburg gegründet. „Wir haben in der Region ein so großes Potenzial an unternehmerischer und wissenschaftlicher Kompetenz für die Nutzbarmachung der neuen Galileo-Technologie, dass es an der Zeit ist, sich zusammenzuschließen und gemeinsam zu handeln“, heißt es in einer Erklärung der Gründer des Zentrums.

Galileo ist ein europäisches Alternativmodell zum amerikanischen Global Positioning System (GPS). Das Navigationssystem soll exakte Positionsdaten liefern und unzählige Anwendungsmöglichkeiten bieten: Galileo soll zum Beispiel dabei helfen, Flugzeuge sicher zu landen, Brücken gerade zu bauen oder Touristen ins nächstgelegene Hotel zu dirigieren. Der Begriff „europäisch“ bezieht sich dabei auf die Entwicklung, Finanzierung und den Betrieb. „Galileo ist global ausgelegt, weltweit nutzbar und bereits heute durch Kooperationsverträge etwa mit China auf internationale Kooperation ausgerichtet“, sagt Wolfgang Steinicke vom Forschungs- und Anwendungsverbund Verkehrssystemtechnik Berlin (FAV).

Initiatoren des Anwendungszentrums sind neben dem FAV der Fachverband Berlin-Brandenburg Aerospace Alliance (BBAA) und der Verband der Geoinformations-Wissenschaft (Geokomm). Die Gründer repräsentieren nach eigenen Angaben über 300 Unternehmen, Hochschulen und wissenschaftliche Einrichtungen in der Region.

Berlin-Brandenburg ist bereits heute ein wichtiges Zentrum für Telematik-Dienste und -Anwendungen. Aus Sicht der Senatsverwaltung für Wirtschaft ist die Telematik eine der Schlüsselbranchen, die künftig in Berlin für Wachstum sorgen soll. „Acht von zehn Firmen, die im Bereich der Telematik arbeiten, sind kleine und mittelständische Unternehmen“, sagt Steinicke. „Da ist eine Vernetzung besonders wichtig. Das Galileo Anwendungszentrum bietet dafür jetzt eine Plattform.“avi

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben