Berlin : Fisch und Schiff unterm Glasdach

Am Dienstag wird das Dom-Aquarée eröffnet. Das Quartier vereint ein Hotel, Büros und eine Unterwasserwelt

Volker Eckert

Kunden hat Mehmet Caliskan bisher noch nicht viele gehabt in seinem Kiosk in der Heilig-Geist-Gasse. Denn in der Passage, die das neue Dom-Aquarée am Marx-Engels-Forum durchquert, herrschte bisher hektisches Baustellentreiben. An diesem Dienstag, dem 11. Mai, wird das neue City-Quartier nahe dem Alexanderplatz zwischen Berliner Dom und Spandauer Straße nun offiziell eröffnet. Am Wochenende segelte schon eine Attraktion dort ein: das Schweizer Siegerboot des America’s Cup 2003, die Yacht Alinghi. Allerdings kam das Boot auf dem Landweg ins Dom-Aquarée, wo es vom 11. bis zum 16. Mai zu sehen ist. Der Berliner Segler Jochen Schümann, der zum siegreichen Team der Yacht gehörte, will am Dienstag zur Eröffnung des neuen Quartiers kommen.

Schon seit dem vergangenen Dezember ist die Unterwasserwelt Sea Life mit dem Aqua- Dom geöffnet. Weit über 150000 Zuschauer hat das spektakuläre Aquarium in den ersten Monaten schon angelockt – nach Schätzungen der Betreiber zur Hälfte Berliner. Damit ist das Sea Life auf dem Weg, sich einen der ersten Plätze in der Liste der Besuchermagneten der Stadt zu sichern, noch vor dem Technikmuseum in Kreuzberg.

Allerdings kommen zurzeit die wenigsten Besucher damit zurecht, dass sich die beiden Teile der Schau auf zwei Gebäude verteilen. Viele irren durch die Heilig-Geist-Gasse auf der Suche nach dem Eingang ins Aqua-Dom. Der sieht aber noch aus wie ein Hintereingang. Wer hier rein will, muss zudem sein Ticket erst an der Spandauer Straße holen. In Mehmet Caliskans Kiosk fragen täglich Dutzende verwirrter Besucher nach. Sein Fazit: „Hier fehlt ein Informationszentrum.“

Ein gewölbtes Glasdach schützt die Passanten in der 250 Meter langen Heilig-Geist- Gasse vor dem Regen. Noch sind es kaum mehr Besucher als Bauarbeiter, doch das soll sich bald ändern. Einige Mieter sind auch schon da – Balzac Coffee, Dunkin Donuts, Australian Homemade, Vodafone. Nicht aber ihre Kunden. Nur bei der Kaffeekette herrscht schon reger Betrieb. Die andern warten noch darauf, dass im Mai die ersten Büroflächen vermietet werden und Kundschaft bringen. Wenn einmal alles vermietet ist, werden im Dom-Aquaree rund 2000 Menschen arbeiten. Die Vermietung der Büros begann nach Angaben des Investors, der Deutschen Immobilien-Fonds AG (Difa), allerdings erst im Mai. Trotz des Überangebots in der Stadt gibt man sich dort optimistisch. Difa-Chef Frank Billand setzt auf die gute Lage und ein modernes Bürokonzept mit verschiebbaren Glaswänden.

500 Millionen Euro hat die Difa in das Projekt investiert. Bis 2001 stand an dieser Stelle ein Komplex aus DDR-Zeiten, in dem sich wie heute ein Hotel der skandinavischen Kette Radisson SAS befand. Die Fünf-Sterne-Herberge öffnete als erste im Dom-Aquarée ihre Pforten. Attraktion ist der Aqua-Dom im Foyer, der 14 Meter hohe Glaszylinder, in dessen Innerem ein Aufzug die Besucher an 2600 Fischen vorbeifährt. Der Vorteil für die Hotelbetreiber: Die Zimmer mit Blick zum Innenhof lassen sich hier besser vermieten als anderswo.

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