Berlin : Fit für Schweden

Beim 78:74 der deutschen Basketballer im EM-Test gegen Italien überzeugt vor allem Mithat Demirel

Mathias Klappenbach

Berlin. Zwanzig Minuten, bevor das letzte Testspiel der deutschen Basketball-Nationalmannschaft vor der Europameisterschaft in Schweden beginnt, betritt Dirk Nowitzki die ausverkaufte Berliner Max-Schmeling-Halle. 9000 Zuschauer jubeln, Nowitzki trägt das gleiche Trikot wie seine Kollegen, die sich seit einer halben Stunde einwerfen. Kann er doch spielen? Kann er leider nicht, aber die überzeugende Nationalmannschaft gewinnt anschließend auch ohne den Superstar der Dallas Mavericks und den ebenfalls angeschlagenen Ademola Okulaja (Blockade im Fuß) das Testspiel gegen Italien mit 78:74.

Nowitzki leidet weiter an seiner Bänderdehnung. „Ich habe noch gar nicht wieder trainiert, ich bin erst einmal wieder ein bisschen gelaufen. Ich muss die nächsten fünf Tage nutzen, um richtig fit zu werden“, sagt er. Sein Trikot brauchte er noch für ein gemeinsames Foto mit Fredi Bobic, dem Stürmer von Hertha BSC. Bobic überreicht dem neuen Ehrenmitglied der Herthaner vor dem Spiel einen riesigen Mitgliedsausweis. Den Rest des Nachmittags fiebert Nowitzki gut gelaunt auf der Bank mit. Den größten Jubel des Tages bekam sowieso ein anderer.

Mithat Demirel von Alba Berlin wurde als bester Spieler der vergangenen Bundesligasaison geehrt. Und Demirel zeigte gleich, warum er diese Auszeichnung verdient hat. Mit zwei Drei-Punkte-Würfen brachte er die Deutschen in Führung, die sie über fast die gesamte Spielzeit behauptete. Zur Halbzeit stand es 40:36, nach dem dritten Viertel 55:51. Vor allem die starke Defensive sorgte mit vielen Rebounds dafür, dass die Partie unter Kontrolle schien. Drei Minuten vor Ende führten die Deutschen mit 69:63, doch nach einigen Fehlern konnten die Italiener eine Minute vor Schluss noch einmal ausgleichen.

Zeit für den großen Auftritt von Demirel: Innerhalb weniger Sekunden versenkte er zwei Dreier, der Sieg war perfekt. „Solche Unkonzentriertheiten wie kurz vor Schluss können wir uns bei der EM nicht erlauben“, sagte Demirel, mit 20 Punkten bester deutscher Werfer. Immerhin scheinen die Nerven des Teams intakt, in Schweden warten ab kommenden Freitag starke Gegner auf die Mannschaft von Bundestrainer Henrik Dettmann. Der hob nach dem Spiel die gute Defensive hervor und gab die letzte Personalentscheidung vor der EM bekannt. Aus dem vorläufigen Kader wird Pascal Roller von den Opel Skyliners gestrichen, den letzten freien Platz auf der Guard-Position wird Steffen Haman (GHP Bamberg) einnehmen, der gestern eine gute Leistung (8 Punkte) zeigte. Dettmann begründete die Nominierung Hamanns mit dessen stärkerer Physis, die deutsche Mannschaft gehört im europäischen Vergleich nicht zu den körperlich stärksten.

Trotzdem zählt sie bei der EM zu den Titelanwärtern, acht Siege in zehn Testspielen haben das gezeigt. Mithat Demirel gefällt die Rolle: „Es ist gut, Favorit zu sein, wir haben ja auch lange und hart dafür gearbeitet.“

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