Fitness-Serie V : Gesundes Bänderdehnen

Der Rücken tut weh, die Schultern sind verspannt. Die Lösung heißt: Rumpfmuskeln trainieren. Denn die entlasten Skelett und Sehnen. Personal Trainerin Katrin Hayn macht es vor

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Ein starker Zug. Gezielte Übungen beugen Schäden an Skelett, Bändern und Sehnen vor. Trainieren braucht man nicht immer im Kämmerlein. Im Park, findet Personal Trainerin Katrin Hayn, macht’s viel mehr Spaß – und das nicht nur im Sommer. Foto: Thilo Rückeis
Ein starker Zug. Gezielte Übungen beugen Schäden an Skelett, Bändern und Sehnen vor. Trainieren braucht man nicht immer im...

So lange sie denken kann, wollte Katrin Hayn Sport studieren. Als es endlich soweit war und die damals 20-Jährige passionierte Tänzerin an der Eignungsprüfung für das Sportstudium in Leipzig teilnahm, sah sich die aber zunächst vor eine kleine Schwierigkeit gestellt: „Der Schwimmteil der Prüfung war für mich zu anspruchsvoll.“ Das hat sich geändert. Später hat sie sogar ihren Rettungsschwimmer gemacht, seither ist sie auch im Wasser eher Flipper als lahme Ente. Und ihr sportlicher Ehrgeiz war damit noch lange nicht erschöpft. Katrin Hayn, 26, ist Sportlerin durch und durch. Ihr Diplom in Sportwissenschaften hat sie an der Uni Potsdam gemacht und außerdem diverse Trainerlizenzen erworben, unter anderem für die Bereiche Herz- und Gefäßkrankheiten, Aquafitness und Rückenschule.

Dass sie eine Ausbildung in Ballett und Modern Dance hat, sieht man der Personal Trainerin an. Ob beim Gehen, Stehen oder Sitzen: Ihr Oberkörper ist immer aufgerichtet. Sie wirkt bei aller Schlankheit sehr kraftvoll. „Eine gut trainierte Skelett- und Rumpfmuskulatur ist für jeden wichtig. Sie vermeidet Fehlhaltungen und Folgeschäden“, sagt Katrin Hayn. Die sind ein Resultat sitzender Tätigkeiten, treffen aber auch körperlich schwer arbeitende Menschen, etwa solche, die ständig schwere Lasten heben und dabei den Rumpf drehen müssen. „Der Stütz- und Bewegungsapparat ist nicht nur da, den Körper in seiner Form zu halten, sondern auch, um zielgerichtete Bewegungen möglich zu machen“, sagt sie. Das Skelett sorgt für die Formgebung, die Skelettmuskulatur für Beweglichkeit, die Sehnen für die Kraftübertragung und die Bänder für Stabilität im Gelenk.

Seit 2002 ist Katrin Hayn Trainerin für Fitness, Rehabilitation und Prävention in Vereinen und Studios, sie gibt Ausdauer- und Fitnesskurse im Hochschulsport und arbeitet seit einem Jahr als Personal Trainerin. Für ihre Klientinnen – darunter Schwangere, aber auch Frauen nach der Geburt – ist sie nicht nur Trainerin, sondern Gesprächspartnerin. Manche waren vor der Schwangerschaft berufstätig und fühlen sich jetzt einsam und ausgeschlossen. Da versucht die Trainerin Mut zu geben. Und auch die Bewegung hilft ihren Klientinnen übers Tief hinweg.

Für Katrin Hayn ist der Job als freiberufliche Trainerin ideal. „Ich bin überhaupt kein Schreibtischtäter und brauche sehr viel Abwechslung“, sagt sie lächelnd. Das klappt beim Personal Training: ganz unterschiedliche Menschen, ganz unterschiedliche Trainingsorte. Katrin Hayn liebt es, sich draußen zu bewegen: „Jede Parkbank und jeder Kinderspielplatz kann ein vielseitiger Trainingsort sein.“ Da ist sie erfinderisch.

Und die Nachteile? Im Sommer hat sie meist eine 60-Stunden-Woche, ihr letzter Urlaub liegt bald zwei Jahre zurück. Für die eigene Entspannung bleibt wenig Zeit. Ohne Sport geht auch da nichts: Sie fährt am liebsten Fahrrad oder sie läuft. Für die perfekte Haltung geht sie hin und wieder zum Geräteturnen.

Jeden Tag nichts als Training? Katrin Hayn ist das gewöhnt. „Ich treibe schon seit meinem fünften Lebensjahr fast täglich Sport, aber ich war nie Leistungssportlerin und trainiere auch meine Klienten so, dass der gesundheitliche Aspekt stets im Vordergrund steht“, sagt sie. Für sie ist es nicht wichtig, dass ihre Klientinnen in Kleidergröße 36 passen, sondern dass sie sich gut fühlen und ihr Wohlfühlgewicht erreichen. Sie hat auch berufstätige Klienten, die abends regelrecht unter Strom stehen und vor allem einen Ausgleich zum anstrengenden Job brauchen. Und dann eben solche, die an jedem Arbeitstag acht bis zwölf Stunden am Schreibtisch sitzen und sich kaum bewegen. Probleme mit den Lenden- und Halswirbeln und eine schwache Rumpfmuskulatur sind dann typisch. Denen sagt sie: „Wissen Sie, was das Schöne ist? Dass, wer mit etwas regelmäßigem Training gegensteuert, ganz schnell erste Erfolge erzielt.“

Katrin Hayn, Tel. 0162/662 73 98. www.personaltrainerberlin.com

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