Berlin : Fitness von oben: Schweben fürs Schwitzen

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Wäre es nicht erst 9.30 Uhr am Samstagmorgen gewesen - die Aktion hätte bestimmt mehr Zuschauer gefunden: Vom Dach des Karstadt-Hauses am Hermannplatz in Kreuzberg nahm ein Hubschrauber große Frachten auf, bugsierte sie ein paar Meter weiter und senkte sie dann millimeterweise und punktgenau auf ihren Platz vor den Terrassentüren der Dachetage. Die sperrigen Dinger (unter anderem eine zwei Tonnen schwere Klimaanlage) sind Gerätschaften für das Fitnesscenter "24 Hour Fitness", das Mitte Dezember eröffnet werden soll. Dann können sich die Berliner auf rund 2500 Quadratmetern in der obersten Etage des Kaufhauses austoben. Der Name lässt es vermuten: Mit 24 Hours Fitness ziehen amerikanische Verhältnisse in Kreuzberg ein ein. Die Berliner Dependance gehört zu einem US-Unternehmen mit Sitz in San Francisco und 450 Clubs weltweit, wie Falk Basin, sportlicher Leiter der Kreuzberger Niederlassung erklärt. Seit einem Dreivierteljahr ist der Konzern auch in Deutschland auf Expansionskurs. Allein in Berlin sollen fünf bis neun weitere Studios entstehen. Die sind dann oft noch größer, bis zu 8000 Quadratmeter.

Am Hermannplatz stellen die Bauarbeiter gerade den Wellness-Bereich fertig, mit drei Saunen (finnisch, Dampf, Bio), Sprechzimmern für Ärzte und Ernäherungsberater und "Erlebnisduschen". Danach werden die 100 Kraftmaschinen und 50 Cardio-Geräte wie Stepper und Crosstrainer aufgestellt. 200 Kurse pro Monat sind im Angebot: darunter Spinning (Ausdauertraining auf dem Fahrrad), Pump (Langhanteltraining) die Boxgymnastik Taebo. Zu haben von sechs Uhr morgens bis 23 Uhr nachts. "Bald auch rund um die Uhr" hofft Falk Basin. "Wenn es mit der Sondergenehmigung klappt." Dann wäre 24 Hour Fitness das zweite rund um die Uhr geöffnete Sportinstitut.

Der Monatsbeitrag kostet es 89 Mark. Karstadt-Mitarbeiter sind schon für 59 Mark dabei, für sie entfällt auch die Aufnahmegebühr von 149 Mark. Preislich ist das vergleichbar mit den anderen großen US-Konkurrenten in Berlin, Healthland und Fitness Company. Abheben will sich 24 Hour Fitness aber dadurch, dass die Verträge monatlich kündbar sind. Außerdem darf der 24-Hour-Kunde sich überall auf der Welt, wo er eine Dependance vorfindet, kostenlos körperlich ertüchtigen. Mitte nächsten Jahres kommt noch ein Ableger der firmeninternen Fitness-Uni, an der die Mitarbeiter ausgebildet werden. Dann sind die amerikanischen Verhältnisse komplett.

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