Berlin : Flamingos werden eingesperrt, Mäuse aus dem Käfig geräumt

hema

Im ersten Monat des letzten Jahres des vergangenen Jahrhunderts meldeten Zoo und Tierpark Friedrichsfelde insgesamt 22443 Tiere in 2399 Formen und waren damit weltweit Spitze. Was die jüngste Jahresinventur ergab, wird gerade ermittelt. Die alljährliche Sisyphusarbeit der tierischen Zählerei im Zoo und im Tierpark war zwar schon am Silvestertag beendet - jetzt muß aber verglichen werden, ob die aktuellen Zahlen der körperlichen Inventur mit den täglichen Eintragungen im Tierjournal übereinstimmen.

Vermerkt wird da zum Beispiel, wenn ein Kronfink gestorben ist oder die Zwergwachteln drei Junge hatten. Diese jährlichen Zu- und Abgänge werden zusammengerechnet und müssen mit der aktuellen Zahl übereinstimmen. Mogeln und nach der Kartei zählen - das geht also nicht, sonst gibt es Karteileichen, wie einst bei einem Elefanten, der in dem betreffenden Jahr verblichen war. Dabei haben es die Tierpfleger mit sieben Elefanten im Zoo noch einfach, während ihre Kollegen im Vogelhaus viel mehr Geduld brauchen. Dort beginnt man deshalb bereits ab Mitte Dezember mit dem Zählen. In der Freiflughalle gehen dafür gleich mehrere Tierpfleger ans Werk, die ihre Erkenntnisse so lange untereinander vergleichen, bis alle zum gleiche Ergebnis kommen. Mühevoll ist auch die Inventur im Aquarium und im Nachttierhaus. Bei den Mäusen räumt man der Einfachheit halber den Käfig aus, und bei den Fischen muss man schon Routine haben - immerhin 5053 ergab die im Januar 1999 veröffentlichte letzte Jahresinventur im Zoo. Bei der Zählerei gibt es auch Tricks - die langstelzigen Flamingos werden erst einmal eingesperrt und dann einzeln heraus gelassen, ebenso verfährt man mit den quirligen Affen - wer wollte denen schon auf ihrem Felsen hinterherhecheln?

Wenig Arbeit im Zoo machte der kleine Schwarze Panther - er zeigte zwar seine Zähne und Krallen, ließ sich ansonsten aber auf der Waage messen und wiegen. Wo es möglich ist, wird das bei der Jahresinventur auch gemacht, ergibt es doch ein Bild vom gedeihlichen Zustand des Tierbestandes.

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