Berlin : Flammen in der Roten Zone

Bei Jüterbog brannte der Wald auf dem Schießplatz – gelöscht wurde zwischen explodierender Munition

Volker Eckert

Der erste große Waldbrand des Jahres in der Region hat sich am Montagnachmittag auf einem ehemaligen Schießplatz bei Jüterbog ereignet. 40 Hektar Wald- und Heideland brannten, riesige Mengen alter Munition erschwerten die Arbeit der 130 Feuerwehrleute. Mit Hilfe von einem Hubschrauber und drei Flugzeugen war das Feuer nach sechs Stunden schließlich unter Kontrolle. Verletzt wurde niemand.

Nach den bisherigen Ermittlungen vermutet die Polizei in Luckenwalde, dass aus verrosteter Munition ausgetretenes Schwarzpulver sich entzündet und den Brand ausgelöst hat. Dann startete das im Waldbrand erfahrenen Brandenburg gut einstudierte Szenario: Ein Beobachter auf einem Überwachungsturm meldete das Feuer an die nächste Leitstelle. Die Mitarbeiter dort forderten beim Bundesgrenzschutz (BGS) Hilfe aus der Luft an, die nur bei besonderer Gefahr für Menschen und Objekte gewährt wird oder eben, wenn wie hier Munition im Spiel ist. Die Flugzeuge wurden auf einem kleinen Flugplatz im nahen Zellendorf durch die dortige Feuerwehr aufgetankt, der Hubschrauber holte sein Wasser aus dem Baggersee Treuenbrietzen.

Der Schießplatz wurde 1864 in Betrieb genommen. Zuletzt übten hier sowjetische Soldaten, seither liegt er still. Der am stärksten verseuchte Teil ist die so genannte Rote Zone, der Zutritt ist hier auch für die Feuerwehrleute streng verboten. Die Hälfte der Brandfläche befand sich in diesem Bereich, ohne die Hilfe von oben wären das Feuer kaum einzudämmen gewesen. Gefährlich war der Einsatz aber auf dem gesamten Gebiet.

Teile der alten Munition explodierten mit lautem Knall. „Das hört sich an wie bei einem Feuerwerk“, berichtete Peter Dümichen von der Jüterboger Feuerwehr. Im ganzen Land werden noch immer auf rund 400 000 Hektar Munitionsreste vermutet. Die Beseitigung der Altlasten ist der öffentlichen Hand zu teuer. Im Innenministerium heißt es: „Wo sich kein Käufer findet, tut sich nichts.“

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