Berlin : Flanieren statt regieren

Heiter und trocken: Versonnen durchs Regierungsviertel

Sonja Praxl

Schmeichelhafte 20 Grad! Klar, dass am ersten richtigen Frühlingssamstag die Cafés und die Parks der Stadt voll sind. Aber an diesem politikfreien Wochenende ist auch im Regierungsviertel Betrieb, obwohl keine Veranstaltung und kein Tag der offenen Tür locken. Viele laufen und schauen am Spreewasser entlang, um zu sehen, was aus prominenten Baustellen geworden ist und wo der neue Bundespressestrand seinen Platz finden wird.

Die meisten Spaziergänger flanieren über die vor kurzem fertig gestellte Promenade zwischen ARD-Hauptstadtstudio und Reichstag. Von hier hat man einen beeindruckenden Blick auf das im Dezember eröffnete Maria-Elisabeth-Lüders-Haus und die neue Fußgängerbrücke über die Spree. Etwa drei Stockwerke über der Brücke verläuft ein Übergang, der Maria-Elisabeth-Lüders-Haus und Paul-Löbe-Haus direkt verbindet – deshalb auch „Beamtenlaufbahn“ genannt, wie Stadtführer es den Touristen erklären. In den Schatten der Brücke, direkt vor die Bundestags-Kita, wird demnächst der Bundespressestrand ziehen. Im letzten Jahr saßen Beamte, Presseleute und Neugierige noch auf der gegenüberliegenden Seite. Aber da ist jetzt eine Baustelle. Vermutlich ab 23.Mai kann man dort die ersten Cocktails genießen; bis dahin sitzt man am besten auf der breiten Treppe, die von der Promenade vor dem Jakob-Kaiser-Haus zum Wasser hin verläuft. Ein perfektes Plätzchen zum Ausruhen oder zum Schmökern im Reiseführer. Vorbei ziehen die Boote der Spreerundfahrten – und, wer aufmerksam ist, kann aus den schippernden Lautsprechern noch Informationen über die umliegende Architektur aufschnappen.

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