Flashmob : Für Musik auf die Straße

Der Deutsche Musikrat rief im Internet zu einem musikalischen Flashmob auf dem Gendarmenmarkt auf. Mehr als 200 Musiker kamen um gegen Kürzungen von Musikunterricht zu protestieren.

Marianna Mamonova
Klangvolle Demo. Rund 200 Musiker protestierten auf dem Gendarmenmarkt gegen Kürzungen beim Musikunterricht. Foto: David von Becker
Klangvolle Demo. Rund 200 Musiker protestierten auf dem Gendarmenmarkt gegen Kürzungen beim Musikunterricht. Foto: David von...

„Deutschland ist das Land der Musik“, sagt Hans-Stefan Madlung. Um das zu demonstrieren, ist er hier. Alle sollen sehen, dass es viele Leute gibt, denen Musik wichtig ist, sagt der 48-Jährige. Die 23-jährige Maxi Neumann ist wegen des Spaßfaktors dabei, erzählt die Hobby-Flötistin. Auch die 13-jährige Clara ist mit ihrer Trompete gekommen und stellt sich zu den anderen Bläsern. Sie hat gehört, dass der Musikunterricht an ihrer Schule gekürzt werden soll, und macht sich Sorgen.

Der Deutsche Musikrat rief im Internet zu einem musikalischen Flashmob auf. Deshalb haben sich am Sonnabend mehr als 200 Musiker auf der breiten Treppe des Konzerthauses am Gendarmenmarkt eingefunden, um gemeinsam zu musizieren. Das geht erstaunlich gut. Dirigiert wird die Flashband von der Musikwissenschaftlerin Dimitra Maragoudakis. Christian Höppner, Präsident des Landesmusikrats Berlin, möchte mit der Aktion das Bewusstsein für Musik stärken. Er findet es nicht tragbar, dass Musik in den Schulen zu einem Orchideenfach werde. Jedes Kind müsse die Möglichkeit haben, Musik zu machen, sagt er. In vielen Schulen drohe derzeit ein Abbau der Musikstunden, und die Wartelisten an den Musikschulen seien viel zu lang. Höppner will ein Umdenken bei der Politik bewirken. Deshalb startete der Deutsche Musikrat auch am „Tag der Musik“ die Kampagne: Ohne Musik keine Bildung.

Pamela Rosenberg, Intendantin der Berliner Philharmoniker, hält Musik für wichtig für die Entwicklung: „Kinder eignen sich durch Musik wichtige Kompetenzen wie Kreativität und Flexibilität fürs Berufsleben an.“ „Ich bin gegen die Kürzung von Musik“, sagt auch Teilnehmerin Viktoria Langer. Auch Passanten gesellen sich während des kurzen Konzerts hinzu. Nach dem Auftritt freut sich die Dirigentin, dass „es so gut klang“. Marianna Mamonova

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