Berlin : Flatz-Performance: Die Kuh ist vom Seil

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Etwa dreitausend Neugierige waren in den Prenzlauer Berg gekommen, als ein totes Rind in der Nacht zum Freitag über dem Gelände der "Backfabrik" von einem Hubschrauber abgeworfen wurde und auf den harten Boden einer Baugrube fiel. Trotz des großen Interesses war das Publikum eher schlecht auf die Performance zu sprechen, die auch als Provokation gedacht war. "Pervers" und "eine Gotteslästerung", hieß es am Rande der Veranstaltung. Wie Christus am Kreuz hing der österreichische Künstler Wolfgang Flatz - von eigenem Blut überströmt - während der Aktion an einem Kranseil. Die Fotos in seiner Ausstellung zeigen von Nägeln durchbohrte Hände und Füße. Nach der Performance - frisch geduscht und ohne Blut auf der Haut - betonte der in München lebende Künstler noch einmal, dass diese keine Wirkungsabsicht habe: "Jeder muss selber wissen, was er mit den Bildern assoziiert." Das Rind wurde sofort abtransportiert und zur Abdeckerei gebracht. "Ich könnte mir jedoch auch vorstellen, ein Stück davon zu essen", sagte Flatz. Übrigens: Das blutige Bündel, das da in die Tiefe fiel, war keineswegs der "Bulle Bodo", wie die "Bild"-Zeitung vor der Veranstaltung behauptete: "Es war wirklich eine Kuh", sagte gestern Event-Sprecherin Martina Lülsdorf.

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