Fleischskandal : Heilmann rechnet mit Nachweis von Pferde-DNA

Verbraucherschutz-Senator: Lieferketten weisen auch nach Berlin. Erste Testbefunde sind aber negativ. Schul-Caterer Sodexo erklärt sich für nicht betroffen.

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Pferdefleisch ist nicht gerade billig, wenn man es regulär kauft. Foto: dpa
Pferdefleisch ist nicht gerade billig, wenn man es regulär kauft.Foto: dpa

Bei der Suche nach Pferdefleisch in Lebensmitteln hat es in Berlin bisher keine Treffer gegeben. In den ersten 20 Fleischproben sei keine Pferde-DNA gefunden worden, erklärte Verbraucherschutzsenator Thomas Heilmann (CDU) am Dienstag. Bisher wurden aber noch keine B-Proben genommen. „Das ist noch kein gesicherter Stand.“ Heilmann rechnet in den nächsten Tagen mit positiven Testergebnissen, also dem Nachweis von Pferdefleisch. Die Lieferketten betroffener Fleischchargen aus Irland und Polen wiesen teilweise auch nach Berlin. „Das ist ein Flächenbrand“, sagte Heilmann.

Dass in den ersten Proben von Fertigprodukten keine Pferde-DNA nachgewiesen werden konnte, liegt offenbar am Frühwarnsystem der Supermarktketten. In Verdacht geratene Produkte waren schon aus den Kühltruhen entfernt worden, als die Prüfer in der vergangenen Woche anrückten. Proben von Dönerfleisch können erst in den nächsten Tagen ausgewertet werden. Heilmann rät den Kunden, betroffene Fertigprodukte zurückzugeben. Aktuell werden rund 50 Proben untersucht, darunter befinden sich vor allem Fertiggerichte wie Lasagne, Königsberger Klopse, Beefburger, Canneloni, Zigeuner-Steak, Kohlrouladen und Köfte. Eine Liste betroffener Produkte hat die Verbraucherzentrale Berlin herausgegeben.

Die Lebensmittelkontrolleure liefern alle Proben an das Landeslabor, das für Berlin und Brandenburg zuständig ist. Regulär werden laut Heilmann in Berlin rund 18 000 Lebensmittelproben im Jahr untersucht. Dabei würden auch DNA-Tests gemacht. Diese Kontrollen sollen nun schwerpunktmäßig Fleischgerichte erfassen. Der Schul-Caterer Sodexo erklärte gegenüber dem Tagesspiegel, von den verunreinigten Fleischlieferungen wahrscheinlich nicht betroffen zu sein. „Sodexo bezieht keines der derzeit in der Kritik stehenden Produkte“, erklärte ein Sprecher. Das gelte auch für die Sodexo-Lieferanten. Eigene DNA-Tests auf Pferdefleisch wurden nicht gemacht. Der „Verein türkischer Dönerhersteller in Europa“ befürwortet die Kontrollen der Mitgliedsbetriebe. „Wir wollen keine schwarzen Schafe in unserem Kreis“, sagte der Vorsitzende, Tarkan Tasyumruk, der eine Döner-Fleischerei in Werneuchen betreibt. Bei den Eigenkontrollen würden die Betriebe ihr Fleisch nur auf Keimbelastung und Fettgehalt überprüfen. „Auf Pferdefleisch ist ja keiner vorbereitet.“ Allein in Mitte gibt es 8000 „Lebensmittelbetriebe“, die zu überwachen sind. Veröffentlicht werden dürfen nur grobe Verstöße, die mit mindestens 250 Euro Bußgeld geahndet werden. Der Hygiene-Smiley für Gaststätten wird aus rechtlichen Gründen nicht weitergeführt.

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