Berlin : Flexibles Denkmal

Die Behörde hat keine Bedenken gegen eine Umnutzung des Flughafengebäudes

Klaus Kurpjuweit

Der Denkmalschutz für das Flughafengebäude in Tempelhof ist nach Ansicht der Denkmalschützer kein Hindernis beim Ausbau der Anlagen für eine andere Nutzung. Der Leiter der obersten Denkmalschutzbehörde, Manfred Kühne, sagte gestern, in dem großen Gebäude gebe es genügend Spielraum für Kompromisse. Er sehe einer Umnutzung gelassen entgegen, so Kühne.

Vorteilhaft ist dabei, dass das Gebäude nie fertig ausgebaut worden ist. Die Arbeiten waren zu Beginn des Zweiten Weltkrieges fast überall im Rohbauzustand eingestellt worden. Aus dieser Zeit ist auch unter dem Aspekt des Denkmalschutzes nicht viel Erhaltenswertes vorhanden. Den Innenausbau hatten dann nach Kriegsende zunächst die amerikanischen Streitkräfte vorangetrieben.

Sie haben unter anderem neben Büros und Abhöranlagen ein Hotel und Sportanlagen für Basketball und Bowling eingerichtet. Was davon schützenswert sei, ist noch nicht geklärt. Berücksichtigen müsse man, dass die Ausbauten speziell auf die militärischen Bedürfnisse ausgerichtet gewesen waren. Verhandlungen stehen an, wenn die Hangars grundlegend umgebaut werden sollten – vor allem an den dominierenden Toren.

Unter besonderem Schutz stehe sicher die erst in den 50er Jahren ausgebaute Empfangshalle, sagt der Denkmalschützer. Wie sie bei den jüngsten Plänen genutzt werden soll, ist weiter nicht bekannt. Vor einem Jahr hatten Studenten der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft in einer Studie vorgeschlagen, hier ein „American Center Tempelhof“ (ACT) einzurichten – mit Geschäften, die vor allem amerikanische Waren anbieten sollten.

Ob der Eingangsbereich sich jemals so präsentieren wird, wie es der Architekt Ernst Sagebiel konzipiert hatte, ist unwahrscheinlich. Die hohe „Ehrenhalle“ vor dem Abfertigungsbereich ist nie vollendet worden; später wurde der Höhe durch eine Zwischendecke die Monumentalität genommen.

In den Bürotrakten könne man flexibel planen, sagte Kühne. Der gesamte Bau sei nach hochmodernen Kriterien angelegt worden. Auch der Einbau einer Klinik sei möglich.

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