Berlin : Flierl will Charité-Streik verhindern

Kontrahenten nochmals zu Gespräch eingeladen

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Heute gibt es den wohl letzten Versuch, einen Streik der nichtärztlichen Beschäftigten an der Charité abzuwenden. Wissenschaftssenator Thomas Flierl (Linkspartei/PDS) hat den Charité-Vorstand und die Gewerkschaft Verdi nochmals zu einem Gespräch eingeladen. Basis soll der so genannte Potsdamer Abschluss sein, bei dem eine Tariferhöhung für den öffentlichen Dienst von 4,4 Prozent vereinbart worden war. Georg Güttner- Mayer von Verdi sieht aber wenig Chancen für eine Einigung.

Die Weichen für den Streik sind gestellt. Am Wochenende haben sich der Charité-Vorstand und Verdi auf die Modalitäten einer Notfallversorgung geeinigt – etwa über die Personalausstattung der Nachtschichten und der Operationssäle.

Bei einem Streik der 14 000 Schwestern, Pfleger und Verwaltungsangestellten müssen Patienten zum Beispiel länger auf einen Untersuchungstermin warten oder damit rechnen, dass planbare Operationen wegen Personalmangels verschoben werden.

Wann genau der Ausstand beginnt, will die Gewerkschaft nicht sagen. Ihre Strategie ist es, den Charité-Vorstand möglichst lange im Unklaren darüber zu lassen, welche Bereiche wann bestreikt werden. Auf diese Weise will Verdi es dem Vorstand erschweren, mit Leiharbeitern die vom Streik gerissenen Personallücken zu schließen. Eine solche Strategie gehe klar zu Lasten der Kranken, sagt Charité-Sprecherin Kerstin Endele – auch wenn die Notfallversorgung gesichert sei. I.B./kt

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