Berlin : Flippig, witzig, pink

Bierkisten als Computergehäuse, rosa Bildschirme und Handyfernseher: Für junge Ifa-Besucher muss Technik schon etwas Besonderes haben.

Daniela Martens

Computer sind viereckig und hellgrau? Völlig falsch! Auf der Stirn hat er ein einzelnes Horn, an der Seite alte Staubsaugerschläuche und er changiert schwarzlila – so zu sehen bei der Sonderschau „Casemodding“ auf der Ifa. Hier werden „aufgemotzte“ Computergehäuse gezeigt und die ungewöhnlichsten prämiert.

Der junge Erbauer des Ungetüms steht mit einem Mikrofon in der Hand daneben und lässt das Publikum raten, wie viel er für den spektakulären Umbau wohl ausgegeben hat. „10 000 Euro“, ruft der 13-jährige Marc. Nein, es waren nur 50 Euro, verrät der Bastler. „Das hier ist das Beste auf der Ifa“, sagt Marc. Die neuen Bluray-DVDs und die ganz kleinen Monitore haben es ihm aber auch angetan: „So einen würde ich gern in meine X-Box einbauen“. Jetzt ist das nächste außergewöhnliche Computergehäuse an der Reihe: eine Bierkiste. Gebastelt hat es der 14-jährige Tim. Neben den Festplatten passen auch ein paar Flaschen hinein. Nach der Präsentation will sich Tim vor allem die neuesten Flachbild-Computermonitore ansehen: „Am liebsten hätte ich einen ganz großen: drei Meter in der Diagonale“.

Der 17-Jährige Thomas rast unterdessen im Rennboliden auf dem Hockenheimring – in Halle 8.1. Das orangeschwarze Auto bleibt dabei ganz ruhig stehen. Thomas legt sich trotzdem mit angespanntem Gesicht in die Kurve. Und konzentriert sich auf den Bildschirm auf der Motorhaube, denn dort findet das große Rennen statt – als Computerspiel. „Autos zu Schrott fahren“, nennt Thomas das. Und wofür interessiert er sich sonst noch? „Subwoofer sind toll“, sagt er mit leuchtenden Augen. Mit solchen Lautsprechern im Auto lassen die Bässe das ganze Auto vibrieren. Hat er denn schon einen Führerschein? „Ist in Arbeit.“

Seine Begleiterin Cassandra begeistert sich eher für die neuesten Handys – für die 14-Jährige muss ein Telefon schon alles hergeben, was es an multimedialem Schnickschnack gibt – auch Fernsehen. „Für Straßenbahnfahrten ist Handyfernsehen toll“, sagt die ebenfalls 14-Jährige Franzi. „Wenn ich nicht gerade im Internet chatte, sehe ich fern oder telefoniere.“ Oder alles auf einmal, das kann man mit dem neuen „Triple Play“ tun. Ist das also das Beste auf der Messe? „Nein, das ist Benjamin Boyce“, sagt sie und zeigt auf den Sänger, der gerade in Halle 2.1 auftritt.

Ein Stückchen weiter trinkt die 18-jährige Melanie gerade in der Digital Music Lounge einen Gratiskaffee. „Technik muss irgendwie flippig sein“, sagt sie. Sie hat sich in einen pink gestreiften Fernseher verliebt: „Der war echt krass.“

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