Flucht vor den Eltern : Scientology: 14-Jährige zurückgekehrt

BerlinDie 14-Jährige und ihr 25-jähriger Stiefbruder waren vor knapp zwei Monaten nach Hamburg geflüchtet, weil sie befürchteten, das Mädchen könnte von ihren Eltern in ein Scientology-nahes Internat nach Dänemark gebracht werden. Die Mutter des Mädchens leitet die im Januar eröffnete Hauptstadtzentrale von Scientology in Charlottenburg. In Hamburg hatten die 14-Jährige und ihr Bruder Rat bei Ursula Caberta gesucht, der Scientology-Beauftragten des Hamburger Senats.

Das Familiengericht Tempelhof-Schöneberg hatte daraufhin eine Einigung zwischen der 14-Jährigen und ihren Eltern erzielt – "zum Wohl des Kindes", wie es in einer Pressemitteilung Anfang August hieß. Jetzt wurden Einzelheiten des Beschlusses bekannt, an dem auch das Jugendamt mitgewirkt hat. So wurde der 14-Jährigen ein Betreuungshelfer zur Seite gestellt und den Eltern verboten, ihre Tochter zu Scientology zu schicken oder mit ihr gemeinsam Veranstaltungen der umstrittenen Organisation zu besuchen. Im Gegenzug wurde den Eltern das Sorgerecht nicht entzogen.

Ursula Caberta begrüßte die Regelung. "Das ist ein gutes Ergebnis, das wir nicht immer in der Auseinandersetzung mit Scientology haben." Die 14-Jährige habe sich durchgesetzt. Das sei schön. "Nun hoffen wir, dass die Regelung genügt." Die Betreuungshilfe sei eine Art "Sicherheitsnetz", das Mädchen habe nun einen Ansprechpartner, falls sie sich bedroht fühle. Seitdem das Mädchen und ihr Bruder vor einigen Wochen nach Berlin zurückgekehrt seien, habe sie nichts mehr von der 14-Jährigen gehört.

Heute Abend, 20 Uhr, sprechen Ursula Caberta, der Sektenbeauftragte der evangelischen Landeskirche, Thomas Gandow, und der Scientology-Aussteiger Wilfried Handl im Theater "Tribüne" über "Totale Kontrolle: Scientology in Berlin". Otto-Suhr-Allee 18, Charlottenburg, Eintritt: fünf Euro. clk

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