• Flüchtlinge im Flughafen Tempelhof: Erst leer, dann unbrauchbar: Aus für Blumenhalle

Flüchtlinge im Flughafen Tempelhof : Erst leer, dann unbrauchbar: Aus für Blumenhalle

Sie war Streitobjekt, sollte aber Flüchtlingen das Leben erträglicher machen: Die Halle vor den Tempelhofer Hangars. Jetzt wird sie abgebaut

Weiß verschwindet. Die Blumenhalle auf dem Tempelhofer Feld wird wieder abgebaut.
Weiß verschwindet. Die Blumenhalle auf dem Tempelhofer Feld wird wieder abgebaut.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Um die sogenannte Blumenhalle vor dem stillgelegten Flughafengebäude aufbauen zu können, hatte der Senat das „Volksgesetz“ durchlöchert, das jeden Neubau auf dem Tempelhofer Feld verbietet. Als die Halle schließlich aufgebaut war, stand sie monatelang leer, weil eine Genehmigung zur Nutzung der Konstruktion aus Stahlgerüst und Kunststoffplanen fehlte. Weil nun Zweifel an der Statik der Halle in den kalten Wintermonaten bestehen und deren Betrieb schwierig ist, soll die Blumenhalle nun abgebaut, eingelagert und verkauft werden. Genutzt wurde sie nur wenig. Angeschafft wurde sie einst für die Internationale Gartenschau in Marzahn.

Ohne Heizung nicht nutzbar

„Ohne Heizung ist die Halle bei weniger als 15 Grad nicht nutzbar“, sagte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Bildung. Die Verwaltung ist als „Nutzer“ der Blumenhalle zuständig für das Programm der Leichttraghalle. Passiert ist darin bisher wenig. Denn erst seit Juni dürfen Kinder und Jugendliche aus den Hangars des früheren Airports, Geflüchtete, überhaupt das Zelt nutzen. Theatergruppen und Artistik hätten dort unter Anleitung stattgefunden. Die könne nun aber ebenso gut in den Hangars selbst stattfinden, so die Bildungsverwaltung.

Eigentlich sollte die Blumenhalle mittelfristig für verschiedene Kulturangebote für Geflüchtete dienen. Doch es dauerte zunächst Monate, bis überhaupt ein Konzept erarbeitet war. Als dieses schließlich vorlag und der dazu nötige Umbau ausgeschrieben war, ging kein Angebot ein, das die Arbeiten zum vorgegebenen Preis in Höhe von 650.000 Euro beinhaltete. Zwar bot auch der Betreiber der Hangars, die Firma Tamaja, einen Umbau innerhalb des Kostenrahmens an. Dieser sei dann aber abgelehnt worden, weil die Betriebskosten nicht beziffert worden seien.

Experten hatten gewarnt

Experten hatten von Beginn an auf die Schwierigkeiten hingewiesen, die beim laufenden Betrieb einer Halle ohne Dämmung und fester Wände auftreten würden: Die Kälte im Winter und die große Hitze im Sommer können nur unter Einsatz von gewaltiger Mengen an Energie so ausgeglichen werden, dass erträgliche Temperaturen möglich sind. Weil außerdem die Zahl neu nach Berlin kommender Flüchtlingen sinkt, ist in den Hangars des Airports nun dort Platz frei geworden für die Kulturangebote, auf die laut Bildungsverwaltung keinesfalls verzichtet werden soll.

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