Flüchtlinge in Berlin : Caritas-Direktorin fordert Runden Tisch

Beim Besuch von Bezirksbürgermeister Hanke in der neuen Flüchtlingsunterkunft in der Residenzstraße hat Caritas-Direktorin Ulrike Kostka einen Runden Tisch in der Flüchtlingsfrage gefordert. Der SPD-Politiker begrüßte den Vorschlag.

von und Julian Graeber
Seit Sonntag wohnen 80 Flüchtlinge vom Oranienplatz in dem Caritas-Heim in der Residenzstraße.
Seit Sonntag wohnen 80 Flüchtlinge vom Oranienplatz in dem Caritas-Heim in der Residenzstraße.Foto: dpa

Die Caritas-Direktorin für das Bistum Berlin, Ulrike Kostka, hat anlässlich des Besuchs von Mittes Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD) im Caritas-Heim in der Residenzstraße einen Runden Tisch in der Berliner Flüchtlingsfrage gefordert. In dem ehemaligen Seniorenheim "Zum Guten Hirten" sind seit Sonntag wie berichtet 80 Flüchtlinge untergebracht.

Um das Camp am Oranienplatz gibt es seither heftige Diskussionen. Am Mittwoch demonstrierten Flüchtlinge gegen die Schließung des Lagers. Innensenator Frank Henkel hat vom Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg die Räumung der Fläche bis zum 16. Dezember gefordert.

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Proteste gegen Schließung des Flüchtlingscamps am Oranienplatz
Proteste gegen Schließung des Flüchtlingscamps am Oranienplatz

"Man muss einen Weg für die Zukunft finden, damit nicht immer nur ad hoc reagiert wird", sagte Kostka am Donnerstagmorgen. Die katholische und evangelische Kirche müsse sich mit Senat, Bezirken und Vertretern der Flüchtlinge zusammensetzen, um Lösungen für die problematische Situation zu finden. Der Runde Tisch sollte noch vor Weihnachten stattfinden, Gastgeber könnte die Kirche sein, schlug Kostka vor. "Lampedusa ist jetzt 20 Meter von uns entfernt und bleibt auch bei uns", betonte die Caritas-Direktorin.

Hanke begrüßte den Vorschlag ausdrücklich. "Die Kommunen sind mit der Flüchtlingsproblematik überfordert und werden völlig alleine gelassen", kritisierte der SPD-Politiker.

Das Ultimatum von Innensenator Frank Henkel zur Räumung des Flüchtlingscamps auf dem Oranienplatz war ein großer Fehler: Kreuzberg stellt das nun unter Zugzwang, meint unser Autor. Lesen Sie den ganzen Kommentar hier.

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