Flüchtlinge in Berlin : Heilmann absolviert die „Welcome Challenge“

Auf Facebook fordern Menschen einander auf, Flüchtlingen zu helfen. Der Berliner Justizsenator nahm die Herausforderung an und verteilte mit Hertha BSC Fußbälle und Stadionkarten.

Tabea Pauli
Gute Tat. Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) übergibt im AWO-Refugium in Berlin Fußbälle und Hertha-Tickets an Flüchtlinge aus dem Kosovo und Somalia.
Gute Tat. Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) übergibt im AWO-Refugium in Berlin Fußbälle und Hertha-Tickets an...Foto: dpa, Wolfgang Kumm

Zehn große Pappkisten stehen am Rand des großen Innenhofes der AWO Flüchtlingsunterkunft Gotenburger Straße, auf dem Kinder und Erwachsene in kleinen Gruppen zusammenstehen. Einige Jungen spielen mittendrin mit einem einzelnen Fußball. Immer wieder überkommt einen von ihnen die Neugier und sie rennen zu den Kisten, um einen Blick hineinzuwerfen. Einer von ihnen vergleicht den Fußball in seiner Hand – ein abgespielter Ball, auf dem man mit viel Mühe noch ein verblasstes Hertha-Logo erkennen kann – mit dem Inhalt der Boxen und staunt, als er sieht, wie auch sein Ball einmal ausgesehen hat: In den Kisten befinden sich einhundert neue Fußbälle des Vereins Hertha BSC, die der Berliner Justizsenator Thomas Heilmann den Kindern und Jugendlichen der Unterkunft in Kooperation mit dem Hauptstadtverein überreichen wird.

Kurz nach 15 Uhr ist es soweit: Heilmann steht neben dem Hertha-Maskottchen Herthinho und den Hertha-Mitarbeitern inmitten einer Traube von Kindern, Mitarbeitern und Fotografen. Er stellt sich vor und erklärt, dass er froh sei, Teil eines so "tollen Projektes" sein zu können. Ein Mädchen und zwei Mitarbeiter übersetzen das Gesagte für die Umstehenden in verschiedene Sprachen.

Ins Rollen kam die Aktion aufgrund der „Welcome Challenge“, einer Gruppe auf Facebook, über die man die eigenen Hilfsaktionen teilen und Freunde wie Prominente dazu aufrufen kann, sich ebenfalls für Flüchtlinge einzusetzen und wiederum weitere Leute zu motivieren. Heilmann wurde Ende August von der Köchin Sarah Wiener nominiert. Kaum eine Woche später teilte er ihr Video auf Facebook und kommentierte: „Nehme die Welcome Challenge von Sarah Wiener natürlich an.“ Diesen Mittwoch nun löste er seine Zusage ein und besuchte die Flüchtlingsunterkunft in der Gotenburger Straße.

„Fußball verbindet über alle sprachlichen und kulturellen Grenzen hinweg“, deshalb hätte er sich bei seiner Flüchtlingshilfe für die Verteilung von Fußbällen und Stadionkarten für das kommende Hertha-Spiel entschieden, um den Kindern eine Freude zu machen. Es scheint gelungen: Die jungen Anwohner der Unterkunft können sich gar nicht schnell genug einen Ball schnappen, um ihn dann gemeinsam mit Heilmann und Herthinho gleich auf dem Bolzplatz der Unterkunft einzuweihen – der alte Herthaball landet unbeachtet im Blumenbeet.

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