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Flüchtlinge in Berlin : Im Mai sollen die ersten Turnhallen geräumt werden

Bis Jahresende sollen die mit Flüchtlingen belegten Turnhallen wieder frei werden. Als Erstes werden das Horst-Korber-Zentrum und die Rudolf-Harbig-Halle geräumt.

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Betten statt Bälle. Im Horst-Korber-Zentrum am Olympiastadion sollen bald wieder Athleten trainieren. Foto: Nietfeld/dpa
Betten statt Bälle. Im Horst-Korber-Zentrum am Olympiastadion sollen bald wieder Athleten trainieren.Foto: Nietfeld/dpa

Der Senat will im Mai die ersten Turnhallen, die Flüchtlingen als Unterkunft dienen, freiräumen. Im Laufe des Schuljahres 2016/17 sollen dann alle als Notunterkünfte genutzten Hallen wieder für den Sport nutzbar sein. Das sind derzeit 63, in denen insgesamt 9300 Menschen leben. Sozialsenator Mario Czaja (CDU) stellte mit dem Staatssekretär für Flüchtlingsmanagement, Dieter Glietsch, am Dienstag das Konzept vor. Im Mai werden als Erstes die zwei Leistungssporthallen, das Horst-Korber-Zentrum und die Rudolf-Harbig-Halle, in Charlottenburg frei gemacht.

Flüchtlinge, die neu nach Berlin kommen, beziehen künftig die Messehalle 26. Dort werde somit die „Transitfunktion“ der Rudolf-Harbig-Halle übernommen, welche für den Spitzensport von besonderer Bedeutung sei, sagte Czaja. Ebenfalls im Mai sollen fünf weitere Turnhallen wieder frei werden. „Pankow wird an erster Stelle stehen, da es die meisten zur Verfügung stellt“, sagte Czaja. Dort sind es acht belegte Hallen, davon werden zunächst drei frei.

In Friedrichshain-Kreuzberg und Steglitz-Zehlendorf wird von den jeweils sechs belegten Hallen je eine geräumt. Gemeinsam mit den Bezirken werde die Reihenfolge bestimmt, welche Turnhallen zuerst freigeräumt werden. Bis Spätsommer sollen alle Sporthallen bereit für die Sanierung sein, sagte Czaja.

Sozialbezug soll nicht verloren gehen

Staatssekretär Glietsch war angesichts des Zeitplans vorsichtiger und stellte einen kompletten Freizug bis Ende des Jahres in Aussicht. „Wir haben keine gesicherten Prognosen über Zugangszahlen von Flüchtlingen“, sagte Glietsch. Das derzeit niedrige Niveau werde wohl steigen, aber in welchem Umfang wisse man nicht. Voraussetzung für den Freizug sei aber, dass man mindestens 2000 Unterbringungsplätze als Puffer verfügbar habe – falls die Zahlen wieder deutlich steigen. Aktuell gebe es dafür aber keine Hinweise.

Wo Berlin seine Flüchtlinge unterbringt
Inmitten von Einfamilienhäusern ist ein hellgraues Containerdorf an der Venusstraße in Altglienicke entstanden. Soeren Stache/dpaWeitere Bilder anzeigen
1 von 26Soeren Stache/dpa
21.07.2016 10:43Inmitten von Einfamilienhäusern ist ein hellgraues Containerdorf an der Venusstraße in Altglienicke entstanden.

Beim Preis der Sanierungen wollte der Senator sich nicht festlegen. Das müsse man nach Freizug begutachten. Jede Halle erhalte zudem einen zusätzlichen „Sanierungsbonus“ von bis zu 100 000 Euro. Der Präsident des Landessportbundes, Klaus Böger, nannte den Schritt „längst überfällig“. Dass erst 2017 alle Hallen wieder nutzbar seien, sei jedoch „nicht zu akzeptieren“. Böger wies darauf hin, dass rund 100 Sportvereine immer noch betroffen seien.

Die Flüchtlinge sollten aus den Hallen möglichst in Unterkünfte im selben Bezirk umsiedeln, damit der Sozialbezug nicht verloren ginge, Kinder nicht Schule oder Kita wechseln müssten. Man habe im ersten Quartal mehr als 3500 Plätze in Bestandsimmobilien geschaffen, bis August habe man 9000 Plätze. Auch die ersten zwei Container sollen im Juni bezugsfertig sein, weitere sieben im August.

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