Flüchtlinge in Berlin : Neue Flüchtlingsheime: 27 Grundstücke gefunden

Der Senat hat 27 Grundstücke für die 60 Modulbauten gefunden, für zwei davon in Marzahn-Hellersdorf gibt es konkrete Planungen. Ende 2016 sollen die ersten Bauten fertig sein.

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Plattenbauten? Na, fast, Ganz so öde sollen die "Modelbauten" aus Beton nicht aussehen.
Plattenbauten? Na, fast, Ganz so öde sollen die "Modelbauten" aus Beton nicht aussehen.Foto: picture alliance / dpa

WBS 70, Plattenbau. Der Spottvers für die neuen „Modularbauten“ zur Bekämpfung der Berliner Wohnungsnot ist schon geboren. 24000 Menschen sollen in den neuen Fertigbauhäusern des Senats Platz finden, vor allem Flüchtlinge, Studenten und Obdachlose. Die Schnellbauhäuser aus Stahlbeton werden über 50 bis 60 Standorte in der Stadt verteilt. Die Berliner Immobilienmanagement GmbH, die das Grundvermögen der Stadt verwaltet, prüft seit Monaten ihren Bestand durch und meldet an den Koordinierungsrat für Flüchtlinge. Bislang wurde 27 Grundstücke für geeignet befunden. Welche das sind, sagt der Senat nicht. Konkrete Planungen gibt es erst für zwei Grundstücke in Marzahn-Hellersdorf: Martha-Arendsee-Str 17 und Wittenberger Str. 16/18.

Geprüft werden laut einer Liste für den Hauptausschuss Flächen an der Rheinpfalzallee und der Waldowallee in Lichtenberg, am Pyramidenring in Marzahn sowie Grundstücke am Müggelseedamm in Köpenick. Im Gespräch sind außerdem Flächen auf den Klinikstandorten Heckeshorn (Zehlendorf) und Bonhoeffer-Nervenklinik, auf dem Areal in Reinickendorf gibt es bereits eine Flüchtlingsunterkunft.

Grüne: Vergesst die Holzbau-Technik nicht

Die Grünen befürchten, dass solche Flächen eher ungeeignet sind, weil oftmals wenig oder gar keine „soziale Infrastruktur“ vorhanden ist. Auch die Aufstockung der „Grundmodule“ auf fünf Etagen, um je Standort künftig 450 bis 500 Flüchtlingen unterbringen zu können, stößt auf Kritik. Die baupolitische Sprecherin der Grünen, Katrin Schmidberger stört sich außerdem an der Ausschreibung des Senats, die ausschließlich Stahlbetonbauten zulässt. Damit würden die Anbieter von Holzbautechniken von vornherein ausgeschlossen.

Die Linken können sich mit den geplanten Bauten dagegen weitgehend anfreunden. 600 Millionen Euro stehen insgesamt für die Modularbauten bereit, Ende 2016 sollen die ersten fertig sein. Ihre Lebensdauer wird mit 50 Jahren angegeben, zeitweise wurden auch schon 100 Jahre genannt. Eine Entlastung für den knappen Wohnungsmarkt werden die Bauten erst im Laufe von 2017 sein, bis dahin müssen weitere Notquartiere gefunden werden. Die BIM sucht auch nach unbebauten Grundstücken für Leichtbauhallen, wie sie bereits auf dem Tempelhofer Feld geplant sind.

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