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Flüchtlinge in Moabit : Faustschläge vor dem Lageso

Zwei Männer haben heute in der Turmstraße einen 22-Jährigen krankenhausreif geschlagen. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Nándor Hulverscheidt
Foto: dpa/Patrick Pleul

Ein 24-Jähriger und ein weiterer Mann schlagen einen 22-Jährigen mehrfach ins Gesicht - soweit die ersten Erkenntnisse der Polizei zu der neuesten gewalttätigen Auseinandersetzung vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Moabit. Der Vorfall ereignete sich am heutigen Montag gegen 12 Uhr. Von der Pressestelle der Polizei hieß es, das Opfer sei von einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht worden, während man die beiden Täter noch vor Ort habe festnehmen können.

Sprachbarrieren erschweren die Ermittlungen

Die Beamten haben nun ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet - im Fall einer Verurteilung drohen dem 24-Jährigen und seinem Mittäter bis zu zehn Jahre Haft. Das Motiv für die Gewalt sei allerdings noch unklar, so ein Polizeisprecher. Die Untersuchungen zum Hintergrund des Falls würden sich schwierig gestalten, da keiner der Beteiligten ausreichend Deutsch spreche.

Erst kürzlich wurde das Sicherheitspersonal verstärkt

Viele Flüchtlinge warten vor dem Lageso im Stadtteil Moabit stundenlang auf einen Termin zur Registrierung - auch deshalb gibt es immer wieder Konflikte. In Reaktion auf die Situation vor dem Amt hatte der Leiter des Flüchtlings-Koordinierungsstabes, Ex-Polizeipräsident Dieter Glietsch, angekündigt, dass ab Ende des vergangenen September Polizisten ständig präsent sein sollten. Außerdem wurde der Sicherheitsdienst verdreifacht: Statt 24 sind 76 Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes im Einsatz, um bei der Betreuung der Flüchtlinge zu helfen. Außerdem sollen sie dazu beitragen, dass die Wartesituation verbessert wird.

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