Flüchtlinge in Turnhallen : Es dauert alles sehr viel länger als geplant

Bis zum September sollten 47 Hallen frei werden. Erste Freizüge gab es zwar, der Zeitplan ist dennoch nicht einzuhalten.

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Viele Turnhallen bleiben belegt.
Viele Turnhallen bleiben belegt.Foto: dpa/picture alliance

URSPRÜNGLICHE PLANUNG

Anfang Juni hatten Flüchtlingsstaatssekretär Dieter Glietsch und Sozialstaatssekretär Dirk Gerste den Ablaufplan für die Räumung der Turnhallen unter dem Titel „Systematischer Freizug aller zur Flüchtlingsunterbringung genutzten Sporthallen“ vorgestellt. Zu diesem Zeitpunkt lebten nach Senatsangaben rund 7000 Geflüchtete in 57 Turnhallen an 45 Standorten. Der Plan sah vor, dass bis zum September dieses Jahres 47 Hallen frei werden sollten.

ERSTE FREIZÜGE IM FRÜHJAHR

Zu den ersten Sporthallen, die mit Flüchtlingen gefüllt und dann auch geräumt wurden, gehörten das Korber-Zentrum und die Harbig-Halle in Charlottenburg. Es folgten weitere Hallen in Neukölln, Tempelhof und anderen Bezirken. Doch Freizug heißt nicht gleich Wiedernutzung für den Sportunterricht. Viele Hallen müssen zuvor saniert werden. Sportvereine beklagen Millionenschäden in den Hallen, die Bezirke können den Sanierungsbedarf noch nicht einschätzen.

VERZÖGERUNGEN IM ZEITPLAN

Spätestens Anfang Juli ist klar, dass der vier Wochen zuvor aufgestellte Zeitplan für die Räumung nicht zu halten ist. Zu diesem Zeitpunkt leben noch rund 6800 Flüchtlinge in 50 Sporthallen. Geräumt wurden unter anderem die Jahn-Sporthalle am Columbiadamm in Neukölln und die Turnhalle der Grundschule am Hohen Feld in Pankow. Nur eine der neun für Juli terminierten Hallen wird frei. Die übrigen acht sollen im August folgen. Da sollten eigentlich 16 weitere Hallen folgen

AKTUELLER STAND

Auf Anfrage des Tagesspiegels teilt der Senat mit, dass zurzeit der 14. Sporthallenstandort in der Kreuzberger Geibelstraße freigezogen werde. Dieser Umzug sei am 22. August beendet. Man habe die Zählweise verändert, weil Standorte weitaus aussagefähiger seien als die Angabe der Hallen, heißt es. Bis zum 9. September würden weitere vier Standorte frei. Dann seien noch Hallen an 32 Standorten belegt, die voraussichtlich bis zum Jahresende frei werden. 

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