• Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Hellersdorf: Heimleitung wehrt sich gegen Mobbing-Vorwürfe

Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Hellersdorf : Heimleitung wehrt sich gegen Mobbing-Vorwürfe

Der Verein "Hellersdorf hilft" hatte die Zustände in einer Flüchtlingsunterkunft scharf kritisiert. Der umstrittene Betreiber wehrt sich.

Julia Dziuba
Die Flüchtlingsunterkunft in der Carola-Neher-Straße in Berlin-Hellersdorf. Foto: picture alliance / dpa
Die Flüchtlingsunterkunft in der Carola-Neher-Straße in Berlin-Hellersdorf.Foto: picture alliance / dpa

Die Betreibergesellschaft einer umstrittenen Unterkunft in Hellersdorf, PeWoBe, hat die Kritik an den Wohnbedingungen vor Ort zurückgewiesen. Sie ließ am Montag über ihren Rechtsanwalt erklären, dass es keine Fälle von unterlassener Hilfeleistung in der Anlage gebe. Weder Einschüchterung noch Mobbing gehörten zu den Konzepten der PeWoBe, hieß es weiter.

Zuvor hatte der Verein „Hellersdorf hilft“ wie berichtet die Zustände in der Unterkunft sowie Heimleitung und Mitarbeiter massiv kritisiert: So habe die Leiterin der Unterkunft, Peggy Müller, vor einigen Jahren für die rechtsextreme Deutsche Volksunion (DVU) in Bernau kandidiert. Auch gebe es Beschwerden der Bewohner – das W-Lan sei abgeschaltet worden, Kinderwagen der Bewohner entsorgt, Gemeinschaftsräume geschlossen und die Kinderbetreuung eingeschränkt. Hausverbote und Einschüchterungen durch neue Mitarbeiter und die Heimleitung seien an der Tagesordnung, berichtete der Verein.

Die PeWoBe bestreitet die Vorwürfe. Weder seien Gemeinschaftsräume geschlossen worden, noch sei es zu einer Einschränkung der Kinderbetreuung gekommen. Um die Privatsphäre der Bewohner zu sichern, sei ein EDV-Raum mit Computern samt Internetzugang in der Unterkunft errichtet worden. Auch würden die Kinderwagen der Bewohner nur entsorgt, wenn sie nicht mehr funktionstüchtig seien.

Ein Familienvater habe Hausverbot erhalten, in Abstimmung mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso), weil er in eine Schlägerei auf dem Unterkunftsgelände verwickelt gewesen sei. Man werde sich aber für „die Zusammenführung der Familie in einer anderen Unterkunft“ einsetzen. Der Betreiber betonte außerdem, dass ärztliche Hilfe und Opferschutz gewährleistet seien.

Die Senatssozialverwaltung erklärte zu dem Fall, dass das Qualitätsmanagement des Lageso „umgehend“ die Unterkunft überprüfen und die Kontrollprotokolle der letzten Monate durchsehen werde. Julia Dziuba

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