Berlin : Flug nach Meseberg

Stephan Wiehler

VON TAG ZU TAG

beneidet das

bald berühmteste Dorf in Brandenburg

Wie, Sie kennen Meseberg nicht? Sollten Sie aber. Das 140-Seelen-Dorf bei Gransee, rund 60 Kilometer nordöstlich von Berlin, wird demnächst die Mächtigen der Welt beherbergen. Die Bundesregierung hat das 1737 erbaute Schloss Meseberg als Gästehaus gekauft. Im Dorfkrug von Meseberg können sie es kaum erwarten, dass die Queen, der amerikanische Präsident oder der UN-Generalsekretär auf ein Bier vorbeischaut. Wohin sollten sie auch sonst gehen, ist ja die einzige Kneipe hier.

Mancher Staatsgast wird vielleicht enttäuscht sein, nach dem Hauptstadt-Besuch in den Hubschrauber gesetzt und in die Einöde geflogen zu werden. Schließlich war ihm doch Berlin die Reise wert, wo die Fünf-Sterne-Plus-Hotels im Akkord gebaut werden und für einen Absacker unzählige Lokale zur Auswahl stehen. Dabei hätten auch wir ein repräsentatives Gästehaus bieten können: Der Bundespräsident hat Schloss Schönhausen zwar unlängst als Ausweichamtssitz abgelehnt, doch dort haben sich schon DDR-Staatsgäste bestens beherbergt gefühlt – war ja nicht alles schlecht.

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