Berlin : Fluggäste mit Logenplatz

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Über den Wolken war die Freiheit gestern noch grenzenloser als sonst: Denn nur hier gab es den ungetrübten Blick auf die Sonnenfinsternis. Fluggäste, die zwischen 11.21 Uhr und 13.59 Uhr über der Wolkendecke schwebten, konnten das Naturspektakel durch die Luke ihres Flugzeugs beobachten - gesetzt den Fall, sie hatten einen Fensterplatz an der Sonne, eine Schutzbrille und einen willigen Piloten. So wie Sören, Friederike und Cora, die vormittags in ihrem Urlaubsort Kos gestartet waren und gegen 13 Uhr in Berlin Tegel eintrudelten. Ihr Pilot war "cool" und legte das Flugzeug schräg, damit die Passagiere die Sonne besser ins Auge fassen konnten. Wie "hochprozentig" ihr Erlebnis nun war, darüber sind sich die jungen Urlauber nicht ganz einig. Sören schützte sich gleich mit zwei Brillen. Der Finsternis noch näher war wohl eine Maschine aus Lissabon, die - dank Verspätung - gegen 12.45 Uhr in Berlin aufsetzte. Markus Ecker, einer der "Überflieger" schwärmt von dem Erlebnis: "Ein toller Anblick, vor allem, als es ringsherum dunkel wurde." Leider wurden keine Brillen im Flugzeug verteilt, so dass er sich seinen Netzhautschutz aus Pappe selber bastelte. Eine Dame aus Madrid wusste sich mit einem Röntgenbild zu helfen, das einmal rings durchs Flugzeug an alle Interessierten durchgereicht wurde. Besonders besorgt um das Augenlicht der Passagiere waren die Bediensteten eines Fluges der Alitalia von Rom nach Berlin: Sie baten die Schaulustigen, die Rollos vor den Fensterluken zu schließen, als die heiße Phase der Verfinsterung begann. Die meisten riskierten dennoch einen Blick.

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