Fluggesellschaft : Verfahren gegen Air-Berlin-Chef eingestellt

Wegen Verdacht auf Insidergeschäfte ermittelte die Berliner Staatsanwaltschaft gegen fünf Mitarbeiter von Air Berlin, darunter auch Vorstandsvorsitzender Joachim Hunold. Nun sind die Verfahren aufgrund mangelnden Tatverdachts eingestellt worden.

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Nochmal davon gekommen: Air-Berlin-Chef Joachim Hunold. -Foto: dpa

BerlinDie Staatsanwaltschaft Stuttgart hat das Verfahren wegen des Verdachts verbotener Insidergeschäfte gegen den Vorstandsvorsitzenden von Air Berlin, Joachim Hunold, wegen mangelnden Tatverdachts eingestellt. Auch die Verfahren gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden Johannes Zurnieden und drei weitere leitende Mitarbeiter des Unternehmens seien am Dienstag eingestellt worden, teilte Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft am Mittwoch mit. Nach der Übernahme des Konkurrenten dba durch Air Berlin im Sommer 2006 hatte die Staatsanwaltschaft nach einer Anzeige der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mit der Untersuchung möglicher Insidergeschäfte begonnen.

Im Juni 2007 waren Büros und Wohnungen der Beschuldigten durchsucht und zahlreiche Unterlagen beschlagnahmt worden. Hunold hatte zwischen dem 1. und dem 8. Juni 2006 Air Berlin-Aktien zum Preis von rund 471.000 Euro, Zurnieden zwischen dem 3. und dem 17. Juli 2006 Aktien für insgesamt mehr als 1 Million Euro gekauft. Die drei anderen Mitarbeiter hatten Anlagen zwischen 20.000 und 52.000 Euro getätigt.

Ende Mai 2006 hatten Übernahme-Gespräche zwischen dem Air-Berlin-Vorstand und den Eigentümern der Münchener Fluggesellschaft dba begonnen. Bis zum Vertragsabschluss am 16. August 2006 drohten die Verhandlungen jedoch mehrfach zu scheitern. Als die Beschuldigten die Aktien kauften, war Air Berlin zufolge jedoch nicht sicher, dass die Übernahme der dba zustande kommen würde. Abgesehen davon sei auch nicht zu erwarten gewesen, dass danach der Kurs der Air Berlin-Aktie steigen könnte, so die Ausführungen der Billigfluglinie.

Hunold und Zurnieden hatten von Anfang an ihre Unschuld beteuert und versichert, dass sie ihre Aktien damals nur gekauft hätten, um angesichts des sinkenden Kurses öffentlich ein Signal zu setzen. Beide Personen halten der Fluglinie zufolge die damals gekauften Aktien immer noch. (nal/ddp)

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