Flughafen-Debakel : Ramsauers Team durfte nicht zum Stresstest

26.07.2012 00:00 Uhrvon , und

Der Bundesverkehrsminister kritisiert mangelnde Transparenz bei der Flughafengesellschaft. Die spricht von einem erfolgreichen Testverlauf, Medien melden hingegen Zweifel an. Das zeigt: Der Rauch um die BER-Baustelle hat sich noch lange nicht verzogen.

Sicherheitslücken auf der BER-Baustelle?

Das Landratsamt von Dahme-Spreewald, das als Baubehörde zuständig für den BER ist und dem Flughafen vor der ursprünglich geplanten Eröffnung Anfang Juni wegen Mängeln an der Brandschutzanlage die Genehmigung versagte, wollte sich zu angeblich gescheiterten Tests nicht äußern. Flughafensprecher und Kreisverwaltung erklärten, noch bis Dezember würden die Anlage geprüft, erst zum Abschluss der Arbeiten an dem Bau gebe es einen Kompletttest der Anlage. Dann beurteilten Sachverständige des Tüv das Ergebnis, auf dessen Grundlage das Bauordnungsamt die Anlage abnimmt und die Genehmigung erteilt.

Fest steht: Sind die Test gescheitert, lässt sich auch der neue Termin für die Eröffnung am 17. März 2013 nicht halten, wie aus einem Controllingbericht hervorgeht. Auch sonst gilt der Zeitplan an ambitioniert. Selbst der neue Technik-Geschäftsführer Horst Amann hat sich noch nicht festgelegt, sondern will die Auswertung der Tests abwarten und will dann im Aufsichtsrat Mitte August eine Empfehlung abgeben.

Trotz der Blamage für Berlin und Brandenburg geht es nach der am 8. Mai abgesagten Eröffnung gemächlich zu. Akkordarbeit im Dreischichtsystem gibt es vorläufig nicht mehr, sondern nun doch eine Fünftagewoche. Zudem nimmt es der Flughafen auch mit der Sicherheit nicht mehr so genau. Ein Unternehmer, dessen Firma auf der Baustelle tätig ist, bestätigte am Mittwoch, dass Bauarbeiter nicht einmal die strenge Einlasskontrolle passieren müssen, sondern auch durch Lücken im unsicheren Bauzaun auf das Gelände gelangen können. Das geht offenbar ganz einfach: Mit der Hand lässt sich der Zaun aus dem Betonfuß herausnehmen. Selbst besonders sensible Bereiche wie die Abfertigungshalle der Bundespolizei mit Gepäckkontrolle waren betroffen. In diesen Sicherheitsbereich kommen Arbeiter eigentlich nur mit polizeilichem Führungszeugnis und Passagierschein. „Zwar gibt es einen Sicherheitsdienst, aber der kontrolliert nicht. Jeder kann ohne Probleme in jede Zone“, sagte der Unternehmer.

Flughafensprecher Ralf Kunkel erklärte, der Zaun werde ständig kontrolliert. Er gehöre aber nicht zum Sicherheitsbereich des Flughafens. Er solle verhindern, dass Schwarzarbeiter oder Diebe auf die Baustelle gelangen. Zudem sollten Unfälle durch neugierige Besucher verhindert werden. Vor der Flughafeneröffnung werde der gesamte Bereich sicherheitsüberprüft.

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