Flughafen-Desaster : Technikchef klagt über "fast grauenhafte Probleme" beim BER

Technik-Chef Horst Amann ist der starke Mann auf der Airport-Baustelle. Er findet klare Worte, eckt gerne an, teilt gerne aus. Doch nun bröckelt auch sein Image.

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Horst Amann will die Wahrheit über den BER „schonungslos“ auf den Tisch bringen.
Horst Amann will die Wahrheit über den BER „schonungslos“ auf den Tisch bringen.Foto: dpa

Über die BER-Baustelle hat der Mann klare Worte gefunden. Doch hinsichtlich eines Zeitplanes für die Flughafeneröffnung will sich der für den Bau zuständige Geschäftsführer Horst Amann ganz und gar nicht festlegen. „Die Probleme sind leider Gottes nach dem, was wir jetzt wissen und was wir sehr mühevoll in den letzten Monaten aufgedeckt haben, heftig, sehr heftig. Und zwar so gravierend, fast grauenhaft, dass die Maßnahmen, die wir jetzt ergriffen haben, notwendig waren“, sagte Amann am Dienstagmorgen seinem ehemaligen Heimatradiosender, dem Hessischen Rundfunk. Auf Nachfrage in Berlin wollte sich der 59-Jährige nicht äußern.

Der Zeitplan könne nicht eingehalten werden, weil die Mängel im Verborgenen lägen, „und wir beispielsweise nicht mehrere hunderttausend Quadratmeter Decken aufreißen konnten“, sagte Amann. Keiner könne ihn zwingen, sich jetzt auf einen neuen Eröffnungstermin einzulassen. Erst müsse die Wahrheit „schonungslos“ auf den Tisch. Danach müsse man in Abstimmung mit den Behörden sehen, was „planerisch und baulich“ notwendig sei. Dies dauere ungefähr ein halbes Jahr.

BER-Eröffnungstermin erneut geplatzt
Die Lage am BER ist ernst. Flughafen-Technikchef Horst Amman fand am Dienstag im bei „hr-iNFO“ deutliche Worte für das Dilemma: „Die Probleme sind leider Gottes nach dem, was wir jetzt wissen und was wir sehr mühevoll in den letzten Monaten aufgedeckt haben, heftig, sehr heftig. Und zwar so gravierend, fast grauenhaft, dass die Maßnahmen, die wir jetzt ergriffen haben, notwendig waren.". Amann hat nach Angaben von Brandenburgs Landesregierung erstmals am vergangenen Freitag darüber informiert, dass der geplante Termin 27. Oktober für den neuen Hauptstadtflughafen „real nicht zu halten“ sei. Medienberichten zufolge hatte Amann sogar schon am 18. Dezember auf eine weitere Verschiebung hingewiesen.Weitere Bilder anzeigen
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08.01.2013 10:29Die Lage am BER ist ernst. Flughafen-Technikchef Horst Amman fand am Dienstag im bei „hr-iNFO“ deutliche Worte für das Dilemma:...

Wie viel Zeit Amann haben wird, kann sich am nächsten Mittwoch entscheiden. Wenn, wie erwartet, der bisherige Sprecher der Geschäftsführung, Rainer Schwarz, vom Aufsichtsrat entlassen wird, müsste Amann auch diesen Job übernehmen, falls das Gremium nicht noch einen anderen Kandidaten präsentiert. Gespräche gibt es nach Tagesspiegel-Informationen immerhin. So soll auch der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Fraport AG, der Betreibergesellschaft des Flughafens in Frankfurt am Main, Wilhelm Bender, im Rennen sein. Auch eine Frau oder ein Mann fürs Finanzielle wird gesucht. Wird man fündig, könnte auch der Finanzer die Sprecherrolle übernehmen und Amann entlasten.

Kaum vorstellbar ist, dass die strauchelnde Flughafengesellschaft über einen längeren Zeitraum allein von Amann geführt werden könnte. Es gab Zeiten, da waren es drei Geschäftsführer. Doch der Bund hat bereits den Antrag eingebracht, Schwarz auf der nächsten Sitzung des Aufsichtsrats am 16. Januar abzulösen. Die Vertreter Brandenburgs, die bisher im Gremium wie die Berliner dagegen waren, wollen nach Tagesspiegel-Informationen zustimmen, und auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat inzwischen zu erkennen gegeben, dass Schwarz nicht mehr zu halten ist. Um Schwarz abzulösen, reicht eine einfache Mehrheit im Aufsichtsrat.

Dabei nimmt man auch in Kauf, dass Schwarz eine hohe Abfindung erhalten wird, denn sein Vertrag läuft noch bis 2016. Angesichts der mindestens 1,2 Milliarden Euro Mehrkosten, die es bis jetzt gibt, sei dies zu verschmerzen, heißt es bei den Verantwortlichen. Schwarz sei jedenfalls nicht mehr zu halten, auch wenn er versucht habe, die Verantwortung fürs Desaster stets auf andere abzuwälzen.

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