Flughafen in Berlin : BER-Architekten weisen Täuschungsvorwurf zurück

Nach dem Polizeieinsatz beschweren sich die BER-Architekten über den Untersuchungausschuss. Ein Anruf hätte genügt.

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Böse. Architekt Meinhard von Gerkan von der Hamburger Architektensozietät gmp hat neulich Besuch bekommen. Von der Polizei.
Böse. Architekt Meinhard von Gerkan von der Hamburger Architektensozietät gmp hat neulich Besuch bekommen. Von der Polizei.Foto: dpa

Nach der Fast-Durchsuchung ihrer Büros in Berlin und Hamburg am Freitag wies das Architekturbüro gmp (Gerkan, Marg und Partner) am Wochenende Vorwürfe aus dem BER-Untersuchungsausschuss zurück, es habe Unterlagen zurückgehalten, die der Ausschuss angefordert hatte. Dass der Ausschussvorsitzende Martin Delius (Piraten) einen Durchsuchungsbeschluss erwirkt und die Polizei eingeschaltet habe, sei unverhältnismäßig und scheine allein politisch motiviert zu sein, heißt es in der gmp-Erklärung. Delius war nicht zu erreichen.

Aus den Unterlagen soll sich ergeben, ob bei der Verschiebung des Eröffnungstermins 2011 im Sommer 2010 schon bekannt gewesen ist, dass auch der damals anvisierte neue Termin 3. Juni 2012 als „sehr ambitioniert“ bezeichnet worden war. Auch dieser Termin musste verschoben werden. Gmp wies den Vorwurf von Delius, das Büro habe den Ausschuss „getäuscht“ beziehungsweise den Inhalt eines Gutachtens der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young „nachträglich geändert“ zurück. Das Gutachten sei dem Ausschuss bereits im Februar 2013 übergeben und im Mai 2013 nochmals elektronisch übermittelt worden.

Das Gutachten beschäftigt sich mit „Störungen im Projektablauf“, die zur Terminverschiebung im Sommer 2010 geführt hatten. Geschwärzt worden seien nur die Beträge von gezahlten und nicht gezahlten Honoraren. Das Gutachten sei am Freitag – noch vor der anstehenden Durchsuchung – auf Anfrage nochmals übergeben worden. Ein Anruf hätte dafür auch genügt.

Der Ausschuss habe den Antrag auf eine Durchsuchung vorher lange beraten und dann gebilligt, sagte das Ausschussmitglied Andreas Otto von den Grünen. Nun werde man die übergebenen Papiere vergleichen. Das am Freitag vorgelegte Gutachten kennt Otto noch nicht.

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