Flughafen-Pläne : Filmstudio: Tempelhof ist zu klein für alle

Die Vermietung des Flughafens Tempelhof an die Modemesse Bread and Butter wird von anderen Mietinteressenten kritisiert.

Matthias Oloew

Nachdem der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) am Mittwochmittag stolz verkündete, die Messe werde mindestens zehn Jahre dort stattfinden, kritisierte der Chef von Studio Babelsberg, Carl Woebcken, die Nachricht als „Mega-Gau“. Dadurch seien seine Pläne, Tempelhof als „Filmhafen“ mit Studios und Ateliers zu nutzen, durchkreuzt. Am gestrigen Donnerstag erklärte seine Sprecherin, Studio Babelsberg werde offiziell keine Stellung mehr zu den Plänen in Tempelhof nehmen. Offenbar wird hinter den Kulissen weiterverhandelt.

Die Berliner Immobilienmanagement (BIM) glaubt an eine zusätzliche Strahlkraft durch die Vermietung an Bread and Butter. „Damit steht Tempelhof noch mehr im Fokus des Interesses als ohnehin“, sagt Sprecherin Katja Potzies. Die Modemesse sei ein idealer Ankermieter, der für die Nutzung einen „lohnenswerten Betrag“ zahle. Dass damit andere Nutzer, wie die Studios Babelsberg oder auch das Alliiertenmuseum, verprellt würden, glaubt sie nicht: „Wir sind in Gesprächen, und nach wie vor ist jeder Mieter willkommen.“ Potenzielle Interessenten sollten sich am besten direkt an die BIM wenden – was die Filmstudios zum Beispiel nicht getan hätten. Stattdessen nahmen die Studios Babelsberg am sogenannten Call for Ideas der Stadtentwicklungsverwaltung teil. An dem wiederum hat sich offenbar die Modemesse nicht beteiligt.

Der Leiter des Alliiertenmuseums, Helmut Trotnow, reagierte auf die Nachricht, dass alle Hangars und die Haupthalle zweimal jährlich an die Modemesse vergeben werden, ebenfalls überrascht. Derzeit nutzt das Museum einen Hangar als Depot und möchte von Dahlem nach Tempelhof umziehen. Über die Nutzung und die Pläne des Museums sollen Gespräche Klarheit schaffen, die Trotnow nun mit der BIM führen wird. Ausgang offen. Matthias Oloew

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