Berlin : Flughafen-Planer spricht über seine EM-Stadien

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Foto: dapd/Marius Roeer Foto: dapd
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Flughäfen gelingen den gmp-Architekten nicht immer in Vollendung (in Tegel schon, in BER – naja), aber Stadien – die können sie wirklich: Den kniffligen Umbau des Olympiastadions in Berlin haben sie hinbekommen und noch einige Arenen mehr zur Fußball-WM 2006. In Südafrika vier Jahre später haben sie ebenfalls markante Stadien entworfen, zum Beispiel in Kapstadt oder Port Elizabeth.

Jetzt steht bekanntlich das nächste Fußballturnier an, am Freitag beginnt in Polen und der Ukraine die Europameisterschaft – und sowohl Eröffnungsspiel (Warschau) als auch Finale (Kiew) finden in gmp-Stadien statt. Volkwin Marg – dessen Büro eine große Filiale am Ernst-Reuter-Platz hat – eröffnet am heutigen Dienstag, 18 Uhr, als Kurator eine Ausstellung in der Akademie der Künste (Pariser Platz 4). Die Schau heißt „Choreographie der Massen. Im Sport. Im Stadion. Im Rausch“ und ist zu sehen vom 6. Juni bis 12. August. Vorrangig will Marg in der Schau auf massenpsychologische Effekte von Großveranstaltungen im Stadion hinweisen.

Das Warschauer Stadion nennt Marg ein „Symbol für Polens nationalen Stolz“. Die Sportstätte war auf dem Fundament des „Stadions des zehnten Jahrestages“ gesetzt worden, gleich neben der Weichsel. Die alte Arena wurde aus dem Schutt von Häusern errichtet, die die Nazis nach der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes zerstört hatten. Auch das Stadion in Kiew hat eine besondere Geschichte: Marg betont nun in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd, man habe mit dem Bau begonnen, als Julia Timoschenko Ministerpräsidentin der Ukraine war. „Politische Regime wechseln oft schneller, als man Stadien errichten kann.“ André Görke

Die Schau ist geöffnet dienstags bis sonntags, 11 bis 20 Uhr. Eintritt frei. Details unter www.choreographie-der-massen.de

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