Flughafen Schönefeld : Geschäftsleitung distanziert sich erneut von Demo-Aufruf

Der Aushang, in dem die Geschäftsleitung der Berliner Flughäfen angeblich Mitarbeiter zur Demonstration gegen eine Ausweitung des Nachtflugverbotes auffordert, ist nicht autorisiert. Dennoch hängt das Schreiben in Dienstgebäuden.

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Lautstark. Beim Thema Flugrouten haben viele Bürger bewiesen, dass sie mitreden wollen. Foto: dapdWeitere Bilder anzeigen
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13.01.2012 21:01Lautstark. Beim Thema Flugrouten haben viele Bürger bewiesen, dass sie mitreden wollen.

Firmensprecher Ralf Kunkel erklärte erneut, dass es keine autorisierte Mitteilung sei. Doch auch gestern noch befand sich das Schreiben an offiziellen Aushängen in Dienstgebäuden. Mit dem Brief sei „ein Kollege ein Stück über das Ziel hinausgeschossen“, sagte Kunkel. Die Schreiben seien entfernt, möglicherweise aber vom „einen oder anderen“ erneut aufgehängt worden.

In der Mitteilung, unter der die Namen der beiden Geschäftsführer stehen, wird zur Demo vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig aufgerufen. Dort findet am 20. September eine Anhörung zur Klage um eine Ausweitung des Flugverbotes am künftigen Großflughafen BER auf die Nachtrandzeiten statt. Die Fahrt dorthin würde als Dienstreise gelten, heißt es. Als verantwortlich wird die von Kunkel geleitete Pressestelle bezeichnet, zwei Mitarbeiter sind mit Foto namentlich genannt.

Es werde „keine offizielle Demo“ des Flughafens in Leipzig geben, sagte der Sprecher. Man habe aber Verständnis für Mitarbeiter, die dort zeigen wollen, dass ihnen ihre Arbeitsplätze wichtig sind. Das sind, wie aus Flughafenkreisen verlautet, nicht wenige. Niemandem werde verboten, nach Leipzig zu fahren, doch sei dies dann privat und keine Dienstreise.

Der Regierende Klaus Wowereit (SPD) als Aufsichtsratschef der Flughäfen lehnte eine Stellungnahme zu der Brief-Affäre ab. Der Vertreter der Gewerkschaft Verdi im Aufsichtsrat, Holger Rößler, erklärte, er kenne das Schreiben nicht. Auch der Betriebsrat wollte sich nicht äußern.

Am Montag demonstrierten in Friedrichshagen erneut mehr als 5000 Menschen gegen die Flugrouten über den Müggelsee sowie gegen Nachtflüge. Und als Gegenaktion zur Flughafengesellschaft wollen die Protestler am 20. September eine Menschenkette um das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig bilden.

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