Flughafen Schönefeld : Spatenstich nach 16 Jahren

Am Dienstag erfolgt der erste Spatenstich für den neuen Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg International (BBI). Zum Winterflugplan 2011 soll er fertig sein.

Berlin - Der neue Flughafen, der gegenüber den ursprünglichen Großflughafen-Plänen deutlich verkleinert wurde, soll in der ersten Ausbaustufe mehr als zwei Milliarden Euro kosten. Er ist zunächst für jährlich 22 Millionen Passagiere ausgelegt. In diesem Jahr werden an den Flughäfen Tegel, Tempelhof und Schönefeld gut 18 Millionen Passagiere erwartet. Sie werden spätestens geschlossen, wenn der neue Flughafen in Betrieb geht. Er wird zu wesentlichen Teilen auf dem Gelände des ehemaligen DDR-Zentralflughafens Schönefeld entstehen. Sollten die Fluggastzahlen weiter steigen, kann der Flughafen BBI für bis zu 40 Millionen Passagiere pro Jahr erweitert werden.

Dem Bau war jahrelanger politischer Streit zwischen den Flughafengesellschaftern Bund, Berlin und Brandenburg vorausgegangen. Erst nach sechs Jahren konnten sich die Beteiligten 1996 in einem Konsensbeschluss darauf verständigen, für den neuen Flughafen die bisherigen Innenstadtflughäfen zu schließen. Von diesem Zeitpunkt an vergingen gut weitere zehn Jahre und mehrere gescheiterte Anläufe zur Flughafenprivatisierung bis zum ersten Spatenstich des nun staatlich finanzierten Projekts. Billigflieger protestieren gegen den Ausbau, da sie durch das Milliardenprojekt ihre bislang günstigen Start- und Landegebühren gefährdet sehen.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig bestätigte am 16. März die Baugenehmigung des Brandenburger Verkehrsministeriums unter Auflagen. Unter anderem verfügten die Richter ein Nachtflugverbot und zogen damit einen Schlussstrich unter ursprüngliche Pläne, BBI als Großflughafen und internationales Luftdrehkreuz zu bauen. Derzeit ist noch eine Beschwerde von Flughafengegnern vor dem Bundesverfassungsgericht anhängig. Insgesamt sollen 24.500 neue Jobs entstehen und die an den bisherigen Flughäfen bestehenden 15. 500 Flughafenjobs verlagert werden, so dass insgesamt 40.000 Menschen am neuen Flughafen arbeiten könnten. (tso/AFP)

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