Flughafen Tempelhof : Fluggesellschaften klagen gegen Schließung

Mehrere Tempelhofer Airlines haben beim Oberverwaltungsgericht Klagen gegen die für Ende Oktober 2007 geplante Schließung des innerstädtischen Flughafens eingereicht.

Berlin - Damit versuchten nun alle sieben in der AOC zusammengeschlossenen Unternehmen die Aufrechterhaltung des Flugbetriebs in Tempelhof mindestens bis zur Eröffnung des Großflughafens Berlin Brandenburg International (BBI) in Schönefeld rechtlich durchzusetzen, sagte AOC-Chef Bernhard Liscutin.

Liscutin begründete die Klage unter anderem mit einer Zunahme der bereits jetzt vorhandenen Kapazitätsengpässe am Flughafen Tegel. "Wenn die in Tempelhof operierenden Fluggesellschaften nach Tegel umgesiedelt werden, wird es eng", sagte er. In Tegel sei das Problem allein durch den Bau des neuen Terminals Ost noch nicht gelöst. Dann gebe es zwar Kapazitäten für die Fluggastabfertigung. Das Problem von zu wenigen Standflächen für Flugzeuge sei damit aber nicht behoben, ergänzte Liscutin.

Airlines: Schönefeld ist keine Alternative

Der Senat habe in seinem Bescheid zur Schließung des Flughafens Tempelhof die Flughafengesellschaft verpflichtet, bis Juni 2007 die benötigten Kapazitäten bereitzustellen. Ob dies gelinge, sei sehr fraglich, sagte Liscutin. Für den Bau des Terminals Ost in Tegel liege noch nicht einmal die Genehmigung vor.

Schönefeld sei aus wettbewerbsrechtlichen Gründen keine Alternative für die Fluggesellschaften in Tempelhof. Bei einem Umzug nach Schönefeld verlören diese schnell ihre Geschäftsgrundlage, weil deren Kunden wegen der schnelleren Erreichbarkeit der Innenstadt nach Tegel ausweichen würden, sagte Liscutin.

Nach seinen Angaben entfallen auf die sieben AOC-Airlines 60 Prozent der Flugbewegungen in Tempelhof und 95 Prozent des Passagieraufkommens. (tso/ddp)

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