Flughafen Tempelhof : Preussen jagen den Puck in Hangar 3

Noch mehr Sport auf dem ehemaligen Flughafengelände: Auf der Rasenfläche in Tempelhof haben zwei temporäre Bolzplätze eröffnet. Und in einer provisorischen Eishalle in Hangar 3 spielen seit August die "ECC Preussen Juniors".

Der ehemalige Flughafen Tempelhof zieht Sportbegeisterte aller Sparten an: Skateboarder, Rennradfahrer und Drachensteiger drehen auf dem Gelände bereits ihre Runden, seit Montag können sich hier auch Fußballer austoben. Denn auf der Rasenfläche haben zwei temporäre Bolzplätze eröffnet, ein Großspielfeld mit 90 mal 60 Metern und ein Kleinspielfeld, das 60 mal 40 Meter misst. Die Bolzplätze sind für alle offen, „jeder kann kommen und spielen“, sagt Michael Krebs von der Grün Berlin GmbH, die sich um den Rasen kümmert.

Der Hangar 3 des ehemaligen Flughafengebäudes ist seit August Heimat des Berliner Eishockeyvereins ECC Preussen Juniors. Zwischen den Stahlträgern und Steinwänden der ehemaligen Flugzeug-Wartungshalle dröhnten am Sonntag die Anfeuerungsschreie der Fans beim Spiel der Oberliga Ost, als die Preussen den Puck gleich fünfmal ins Netz der Gegner aus Leipzig flitzen ließen. Die starke Akustik täuschte jedoch über die beschauliche Zuschauermenge hinweg, denn auf den Tribünen finden nur 199 Menschen Platz. „Wirtschaftlich lohnen die sich kaum“, sagt Jugendwart Oliver Schreiber. Die Kosten für die eigenhändig aufgebauten Tribünen lägen im hohen fünfstelligen Bereich. Mit einem Maximalkontingent von knapp 200 Karten pro Spiel lässt sich dieser finanzielle Aufwand nur schwer decken.

„Unser Traum wäre natürlich, hier vor 2000 Menschen zu spielen“, sagt Schreiber und denkt dabei zurück an die besseren Zeiten der Preussen in ihrer ehemaligen Heimat – der Deutschlandhalle, wo tausende Fans Platz hatten.

Das Ambiente der provisorischen Eishalle im ehemaligen Flughafen ist einzigartig: Container dienen als Umkleidekabinen, neben der Eisfläche steht noch ein alter Bunker. „Die anderen Mannschaften, die herkommen, staunen erst mal“, sagt Karel Slanina, Trainer der ersten Mannschaft des ECC Preussen. Das Eishockey-Spielfeld misst nur 56 mal 26 Meter, das ist absolute Untergrenze für ein Eishockey-Feld. „Interessant“ sei es hier, sagt Slanina, „aber eine tolle Spielstätte ist es wirklich nicht“. lau

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