Exklusiv : IGA soll nach Marzahn umziehen
02.07.2012 19:28 UhrDie für das Jahr 2017 geplante Internationale Gartenausstellung (IGA) soll umziehen: Statt auf dem Tempelhofer Feld wird die Blumenschau voraussichtlich in Marzahn stattfinden. Ein entsprechender „Prüfauftrag“ an die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung soll der Senat an diesem Dienstag beraten. Die im jüngst beschlossenen Haushaltsplan auf Gesamtkosten von 27,5 Millionen Euro geschätzte Gartenausstellung könnte in Marzahn neben den „Gärten der Welt“ öffnen auf einem Areal, das bereits zur Verfügung steht.
„Die Erweiterung ist eine große Chance und der Zuzug der IGA ein glücklicher Zufall“, bestätigte Marzahn-Hellersdorfs Wirtschaftsstadtrat Christian Gräff (CDU) diese Pläne.
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung will dazu keine Details im Vorfeld der Sitzung verraten: „Der Senat hat um einen Sachstandsbericht zur IGA gebeten, den bekommt er von uns selbstverständlich“, so Sprecherin Daniela Augenstein.
Der überraschende Plan dürfte wohl aus der Not geboren sein und Konsequenz einer Panne bei landeseigenen Firmen sein: Diese wollten zentrale Flächen auf dem stillgelegten Airport-Areal zwei konkurrierende Veranstaltungen gleichzeitig anbieten. Für den Hangar 1 und die Empfangshalle des Flughafens hat die Modemesse „Bread and Butter“, die an diesem Mittwoch beginnt, einen langjährigen Mietervertrag unterzeichnet – mit der Nutzung derselben Flächen bewarb sich das Land außerdem um die Durchführung der IGA 2017.
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Aus Senatskreisen ist von Befürchtungen zu hören, dass infolge des Parallelbetriebs von Bread and Butter und IGA die Kosten der Gartenausstellung enorm steigen könnten. So wird beispielsweise erwogen, dass die Eingangshalle des Airports geteilt wird, damit sich Messebesucher und Blumenfreunde nicht in die Quere kommen. Ein solcher Umbau könnte das Budget ebenso strapazieren wie die geplante Einrichtung eines Cafés und Gartenflächen auf dem Dach des Baudenkmals.
Die für das Airport-Areal zuständige „Tempelhof Projekt“ hatte zwar noch mit den Modemachern um eine Lösung gerungen – bisher vergeblich: „Hier ist kein Kompromiss möglich“, sagte Karl-Heinz Müller, Chef von Bread and Butter, auf Anfrage. Müller hatte im Jahr 2009 einen langjährigen Nutzungsvertrag unterzeichnet und befürchtet einen „Millionenausfall“, falls er auf die Nutzung der Hallen verzichten müsste. Die noch größere Gefahr sei aber, dass Aussteller nach dem Ende der IGA nicht nach Berlin zurückkehren, was die Messe wirtschaftlich in Bedrängnis bringen würde. Müller pocht deshalb auf seinen Vertrag, den er nach eigenen Angaben vor den IGA-Beschlüssen unterzeichnet hatte.























