Flughafenfest : Am BER fliegt keiner? Dafür aber in Gatow!

Seit Mitte der 90er ist der alte Flugplatz der Briten in Berlin stillgelegt - eigentlich. An diesem Wochenende aber landen im Spandauer Süden wieder alte Maschinen. Im größten Museums Berlins steht nämlich ein spezielles Fest an.

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Sie sind mit dem Radl da. Kann auch nicht schaden, so riesig ist das Museum.
Sie sind mit dem Radl da. Kann auch nicht schaden, so riesig ist das Museum.Foto: Thilo Rückeis

Flugzeuge, überall Flugzeuge. So viele Maschinen, wie heute auf dem ehemaligen Flugplatz Gatow parken, drängten sich hier nicht mal zur Zeit der Luftbrücke. Doch kaum einer kriegt’s mit.

Leonardo-da-Vinci-Straße, Ortsteil Kladow, tief im Süden Spandaus. Links ein Sportplatz, hinten Einfamilienhäuser, vorn die alten Landebahnen, auf denen langsam Gras wächst. Von der Leonardo-da-Vinci-Straße geht es direkt zum „Luftwaffenmuseum“ auf dem Flugplatz Gatow, der sich übrigens in Kladow befindet, aber das nur am Rande.

Diese geografische Feinheit ist eigentlich zu vernachlässigen, weil ja eh nicht so viele Menschen das Museum besuchen. Nur findet an diesem Wochenende halt das „Flugplatzfest Gatow 2013“ statt – dann irrt so mancher wieder etwas verwirrt durch den Süden Spandaus.

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Blick von oben der Flugplatz Gatow in Kladow mit den Häusern und Schulen auf den einstigen Landebahnen.Weitere Bilder anzeigen
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22.09.2017 10:13Blick von oben der Flugplatz Gatow in Kladow mit den Häusern und Schulen auf den einstigen Landebahnen.

Der Flugplatz befindet sich seit den 30ern hier, das Museum seit 18 Jahren. Nur einmal im Jahr kommen Flugzeuge runter, weil von der Landebahn nur noch 830 Meter übrig sind – auf dem Rest sind Einfamilienhäuser und Schulen entstanden. Am Wochenende dürfen Oldtimer wie eine Antonov An-2, eine Dornier Do 27 und ein Tiger-Moth-Doppeldecker nur dank der sogenannten Außenlandegenehmigung den offiziell geschlossenen Flugplatz besuchen. Na dann: Kopf hoch, Nachbarn.

Nach dem Abzug der britischen Royal Air Force wurde das zuvor in Schleswig- Holstein beheimatete Luftwaffenmuseum nach Berlin verlegt und um DDR- Bestände ergänzt. „Seit 1995 sind wir ein Provisorium“ sagt Oberstleutnant Ralf-Gunter Leonhardt, der das Museum seit 2008 leitet und jetzt die Neustrukturierung vorbereitet. Vor 46 Jahren in Johannisthal geboren, wo sich der erste Flughafen Berlins befand, war ihm die angestrebte Pilotenkarriere aus Gesundheitsgründen versagt. „Wenn ich schon nicht fliegen konnte, wollte ich wenigstens Flugzeuge bauen dürfen“, sagt Leonhardt. Er wurde Luftfahrzeugingenieur und war im Einführungsmanagement des Eurofighter aktiv.

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