Berlin : Flughafenprozess: Befürworter appellieren an Kläger

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Vor der heute beginnenden Verhandlung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig über die Klagen gegen den geplanten Ausbau des Flughafens Schönefeld haben Initiativen und Verbände gestern nochmals auf die Bedeutung des Projekts hingewiesen. Die Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz appellierte sogar an die Kläger, sie sollten abwägen, „ob sie wirklich verantworten wollen, dieses für das Gemeinwohl wichtige Projekt durch ihre Klagen am Ende zu verhindern“.

Die im Bürgerverein Brandenburg-Berlin (BVBB) zusammengeschlossenen Kläger betonen seit Jahren, sie seien nicht grundsätzlich gegen einen neuen Flughafen, sondern sie hielten den gewählten Standort Schönefeld für ungeeignet. Der bessere Ort für den Flughafen Berlin- Brandenburg-International (BBI) wäre ihrer Ansicht nach Sperenberg.

Die Frage des Standortes gehört zu den wichtigsten Punkten bei der mündlichen Verhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht. Für Schönefeld spricht sich auch die Initiative „Bürger in Bewegung – pro Schönefeld“ aus. Sie ist nach eigenen Angaben 1994 von Anwohnern initiiert worden, die „teilweise oder direkt“ in der Einflugschneise wohnen. Die Region brauche die „Jobmaschine“ Flughafen, die insgesamt 40 000 neue Arbeitsplätze schaffe.

Ähnlich argumentiert auch die Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (UVB). Hauptgeschäftsführer Hartmann Kleiner ist zuversichtlich, dass die Richter den Genehmigungsbeschluss bestätigen werden. Das Bundesverwaltungsgericht habe auch die Verlegung der Startbahnen in Leipzig und den Bau einer Wartungshalle für das Großflugzeug „Airbus A 380“ in Frankfurt (Main) positiv beschieden. Die Grünen sehen Planungsfehler, hoffen aber, dass das Gericht nur Nachbesserungen verlangen wird; vor allem beim Umwelt- und Lärmschutz.

Vor Gericht findet keine allgemeine Anhörung mehr statt. Die Richter prüfen vielmehr , ob die Kläger durch den Ausbau in ihren Rechten verletzt würden. kt

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