• Fluglinien dementieren das Scheitern der Verhandlungen um Schönefeld und setzen weiterhin auf die schnelle Realisierung des Projektes

Berlin : Fluglinien dementieren das Scheitern der Verhandlungen um Schönefeld und setzen weiterhin auf die schnelle Realisierung des Projektes

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Die großen, im Berlin-Verkehr tätigen Luftverkehrsgesellschaften haben gestern mit Unverständnis auf die Äußerungen des beurlaubten kaufmännischen Geschäftsführers der Flughafen-Holding reagiert. Kilian Krieger hatte die Pläne für den Großflughafen BBI als gescheitert bezeichnet. "Wir sehen keinen Grund, am BBI zu zweifeln, zumal das Planfeststellungsverfahren jetzt von der Privatisierung losgelöst ist", sagt Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber. Man hofft auf eine planmäßige Eröffnung des neuen Flughafens im Jahr 2007. "Es darf keine Zeit mehr verloren werden".

"Wir wollen den Flughafen", betont auch Stefanie Koall von der Deutschen BA. Während das Planfeststellungsverfahren weiterlaufen müsse, damit keine Zeitverzögerungen eintreten, plädiert die Deutsche BA für eine Neuausschreibung des Projektes. "Ich würde mich freuen, wenn endlich einmal die Nutzer gefragt werden, was sie wollen" sagt auch Air Berlin-Geschäftsführer Joachim Hunold. Jetzt müsse die Chance genutzt werden, den BBI ohne neues Bieterverfahren durch die Holding selbst planen und realisieren zu lassen. Danach könne man über eine gebäudeseitige Privatisierung reden. Verkehrs-Infrastrukturen wie Landebahnen und Abstellpositionen gehörten dagegen "nicht in fremde Hände". Gestern übernahm kommissarisch der Abteilungsleiter Controlling der BBF, Andreas Foidl, die Geschäfte Kriegers.

Krieger selbst wollte sich gestern nicht mehr äußern. "Ich möchte bei meinem guten Stil bleiben", sagte er dem Tagesspiegel. Dem Vernehmen nach war er auf einer Aufsichtsratssitzung mit Diepgen aneinandergeraten. Nachdem Krieger nicht bereit war, die gefallenen Worte zu dementieren, hatte Diepgen ihn beurlaubt. Die BBF hat derzeit Schulden von rund 650 Millionen Mark.

Krieger leitete seit März 1997 die kaufmännischen Geschicke der BBF. Der 41-jährige Diplomkaufmann hat seine Karriere 1978 bei der Consultingfirma PA begonnen. 1986 wechselte der Münchner 1986 zum Beratungsunternehmen Price Waterhouse, wo er später zum geschäftsführenden Gesellschafter avancierte. Ab 1994 war er dann kaufmännischer Geschäftsführer bei Vebacom. Mit einem Teil der Luftverkehrsgesellschaften als Kunden der Flughäfen hatte er sich vor längerer Zeit überworfen, als er davor warnte, wegen der chaotischen Verhältnisse in Tegel und der geplanten Schließung von Tempelhof die ehemals Westberliner Flughäfen anzusteuern.

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