Flugverkehr : Umzug der Luftwaffe zum BBI ist noch offen

Für den Umzug der Flugbereitschaft der Bundeswehr von Tegel nach Schönefeld gibt es bisher nur eine Absichtserklärung. Hauptsitz der Flugbereitschaft bleibt Köln/Bonn. Außerdem fehlen konkrete Planungen für den BBI.

Rainer W. During
Tegel Foto: dpa
Eine Challenger der Bundeswehr-Flugbereitschaft auf dem militärischen Teil des Flughafens in Berlin-Tegel. -Foto: dpa

Der Umzug der Bundeswehr-Flugbereitschaft und des Regierungsterminals zum neuen Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) in Schönefeld ist noch keine beschlossene Sache. Bisher fehlen konkreten Bauplanungen für entsprechende Gebäude auf dem Flughafengelände. Allerdings steht fest, dass der Hauptsitz der Luftwaffeneinheit auch künftig nicht von Köln/Bonn in die Bundeshauptstadt umziehen wird.

Außerdem sagte ein Sprecher der Bundesregierung gestern auf Anfrage: Die Luftwaffe habe „die Absicht“, die am Flughafen Tegel stationierten Teile ihrer Flugbereitschaft des Bundes zum Flughafen BBI in Schönefeld zu verlagern. Endgültige Entscheidungen seien aber noch nicht getroffen, verlautete aus dem Verteidigungsministerium. Man wolle sich alle Optionen offen halten, solange die endgültige Entwicklung der Berliner Flughafensituation offen erscheine.

„Die Gespräche laufen, sind aber noch nicht abgeschlossen“, bestätigte Berlins Flughafensprecher Ralf Kunkel. Verteidigungs- und Außenministerium müssten bei der Flughafengesellschaft noch ihren Bedarf für den BBI anmelden. Dort würden verschiedene Standorte für die benötigten Gebäude zur Verfügung stehen.

Im Nordteil des Flughafens Tegel ist die dritte Staffel der Flugbereitschaft des Bundes ansässig, die drei Cougar-Hubschrauber betreibt. Daneben sind hier einige der insgesamt sechs Challenger-Kurzstreckenjets stationiert. Diese Flugzeuge dienen überwiegend dem Transport von Mitgliedern der Bundesregierung. Das Auswärtige Amt betreibt am Rande des militärischen Teils ein Abfertigungs- und Empfangsgebäude für Staatsgäste, das ebenfalls nach Schönefeld umziehen müsste.

Für eine Stationierung in Berlin sei auch künftig nur die Kurzstreckenflotte vorgesehen, so das Ministerium. Als Ersatz für die in die Jahre gekommenen Challenger habe die Luftwaffe vier Global 5000-Businessjets beim kanadischen Hersteller Bombardier sowie zwei größere Airbusse A319 bestellt. Die Auslieferung der neuen Maschinen soll 2010 beginnen, frühestens Ende 2011 soll der BBI eröffnet werden.

Die sieben Langstrecken-Airbusse A 310 bleiben dagegen samt der Führung der Flugbereitschaft weiterhin in Köln/Bonn stationiert, von wo aus sie für jede Fernreise der Regierungsspitzen immer erst nach Berlin fliegen müssen. Ein kompletter Umzug in die Bundeshauptstadt war bisher auch an der starken politischen Lobby in Nordrhein-Westfalens gescheitert und steht dem Vernehmen nach inzwischen nicht mehr zur Debatte.

Reinickendorfs Bürgermeisterin Marlies Wanjura (CDU) hatte im Zusammenhang mit der Diskussion um die Schließung und Nachnutzung des Tegeler Flughafens erklärt, die Umzugspläne der Bundeswehr seien noch nicht endgültig. Bei einem Verbleib der Luftwaffe in Tegel könne sie sich einen eingeschränkten, parallelen Zivilflugbetrieb vorstellen.

Dem steht allerdings entgegen, dass dem Flughafen Tegel die Betriebsgenehmigung schon bestandskräftig entzogen wurde. Auch wurde das Gelände, mit Wirkung des Schließungstermins, als Flughafen planerisch entwidmet. Zudem stieß Wanjura nicht nur bei SPD, Linken und Grünen, sondern auch in der eigenen Partei auf heftigen Widerstand. Der CDU-Landeschef Ingo Schmitt und der Fraktionsvorsitzende Friedbert Pflüger erteilten der Idee, den Airport in Tegel für die Flugbereitschaft und Geschäftsflieger eingeschränkt offen zu halten, bereits 2007 eine Absage.

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