Berlin : Flut von Anzeigen bei der Polizei - Täter nutzten Gedränge

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Das Gedränge während der Silvesterfeiern haben vermutlich zahllose Taschendiebe genutzt, um die Taschen Fremder zu leeren und die eigenen zu füllen: "Wir haben einen ganzen Schwung Anzeigen erhalten", sagte ein Polizeisprecher gestern.

Ein Ende der Anzeigenflut sei derzeit noch nicht abzusehen. Denn viele Opfer hätten auch beim Bundesgrenzschutz ihre Anzeigen aufgegeben oder täten dies, wenn sie als Touristen hier waren und die Diebstähle spät bemerkten, erst bei der heimischen Polizei. Diese schickt sie dann nach Berlin. Aufgrund des Tatortprinzips muss sich die hiesige Polizei darum kümmern. Die vollständigen Zahlen werden erst in einigen Wochen erwartet.

Eine erkennbare Häufung der Taten Ende Dezember 1999 sei jedoch nicht zu erkennen, sagte ein Kriminalbeamter. Was darauf schließen lässt, dass die Bankkunden entweder kein Bargeld horteten - die Banken hatten angekündigt, während des Jahreswechsels wegen des befürchteten Computerzusammenbruchs die Geldautomaten zu schließen - oder die Taschendiebe haben möglicherweise gar nicht an diese "Verdienstmöglichkeit" gedacht.

Insgesamt aber war das Delikt Taschendiebstahl im vergangenen Jahr rückläufig. Zwar liegen die 1999er Zahlen noch nicht vollständig vor. Ein Vergleich der ersten elf Monate mit denen von 1998 zeigt aber einen Rückgang der Taschendiebstähle um rund vier Prozent. Fast 13 500 Taten wurden bis November des vergangenen Jahres gezählt. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es etwa 14 000 Taschendiebstähle. 15 800 Taten wurden im gesamten Jahr 1998 registriert.

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