Berlin : Flutopfer und türkische Freundschaft

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Von Suzan Gülfirat

Jeden Montag im Tagesspiegel: Ein Rückblick auf die in Berlin erscheinenden türkischen Tageszeitungen.

Die Spendenaktion der türkischen Medien hat riesige Dimensionen angenommen. „Wir werden unsere Freundschaft beweisen“, titelte die Tageszeitung Türkiye am Donnerstag in großen Buchstaben auf ihrer Europaseite. Das sind die Worte von Mahmut Gürgür, des Vorsitzenden der „türkisch-islamischen Union der Anstalt für Religion" (DITIB) in Köln. Zu den Worten des islamischen Theologen zeigte die Zeitung erschütternde Bilder von der Flutkatastrophe in Sachsen.

Die DITIB hat eine enge Bindung an das Staatliche Präsidium für religiöse Angelegenheiten in der Türkei. Sie zählt in Deutschland etwa 600 Gemeinden. Beispielsweise gehört die Moschee am Columbiadamm im Bezirk Neukölln zu ihr. Auf der gleichen Seite, auf der der DITIB-Vorsitzende zu sehen war, rief der türkischstämmige Europa-Abgeordnete Ozan Ceyhun (SPD) alle Türken in Europa auf, für die Flutopfer zu spenden.

Die Boulevardzeitung Hürriyet macht bei der Aktion mit: „Jetzt ist die Zeit zu helfen“, zitierte das Blatt den DITIB-Chef. Darüber hinaus meldete sie, der Tourismusminister in Antalya habe die Türken ebenfalls zu Spenden aufgerufen hat. Außerdem sagte der türkischsprachige Privatsender „Radyo Metropol“ in Berlin regelmäßig die Spendenkonten an.

Das ganz große Thema war jedoch das Treffen des türkischen Ex-Außenministers Ismail Cem mit Bundeskanzler Gerhard Schröder, am Mittwoch in Berlin. „Schröders türkischer Gipfel“, titelte die Türkiye. Der Kanzler sprach mit türkischen Journalisten und traf sich mit türkischen Unternehmern. Das wurde gebührend honoriert: „Ein historisches Treffen“, urteilte die Tageszeitung Milliyet. Dazu sah der Leser Bilder, auf denen der Kanzler jeweils die Hürriyet und die Türkiye in den Händen hielt.

Entsprechend groß haben die Zeitungen im übrigen auch das Fernsehduell von Schröder und Stoiber angekündigt.

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