Fördergelder : Der Berliner Mauer auf der Spur

Ein Forschungsprojekt zur Berliner Mauer erhält künftig Fördergelder der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Die Wissenschaftler wollen einen differenzierten Blick auf das Bauwerk schaffen.

Berlin - Für die Forschungen würden der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) insgesamt 360.000 Euro, verteilt auf zwei Jahre, bereit gestellt, sagte eine BTU-Sprecherin. Das Projekt "Die Berliner Mauer als Symbol des Kalten Krieges: vom Instrument der SED-Innenpolitik zum Baudenkmal von internationalem Rang" ist am Lehrstuhl für Denkmalpflege angesiedelt.

Ziel des Projekts sei es, die verschiedenen Funktionen, Bedeutungen und die Aussagekraft des Bauwerks zwischen 1961 und 1989 zu untersuchen, sagte die Sprecherin. Auch wollten sich die beteiligten Wissenschaftler aus Cottbus mit Veränderungen der Mauer von 1989 bis zur Gegenwart und mit der Situation der DDR-Grenztruppen beschäftigen. Dabei sollen die baulichen Veränderungen und der bis heute nicht abgeschlossene Rückbau einbezogen werden.

Die Mauer in Ost- und West-Medien

Für ein differenzierteres Bild der Berliner Mauer wollen die Historiker außerdem untersuchen, wie die früheren Grenzanlagen in den Medien in Ost und West wahrgenommen werden. Als Projektpartner der BTU Cottbus werden sich Wissenschaftler des Forschungsverbunds SED-Staat an der Freien Universität Berlin mit Absichten und Zielen der politischen SED-Entscheidungsträger befassen. Das Militärische Forschungsamt in Potsdam wird sich ebenfalls am Forschungsvorhaben beteiligen.

Vor sechs Jahren hatten die BTU-Wissenschaftler die erhaltenen Mauerreste dokumentiert. Sie vertreten seither die These, dass es sich bei der Berliner Mauer um eines der wichtigsten Geschichtsdenkmäler des 20. Jahrhunderts handele, das einen Platz auf der Liste des Weltkulturerbes verdiene. (tso/ddp)

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