• Fonds-Anleger wollen steuerfreie Abfindung Bankgesellschaft, Senatsvertreter und Betroffene gehen heute in die zweite Verhandlungsrunde

Berlin : Fonds-Anleger wollen steuerfreie Abfindung Bankgesellschaft, Senatsvertreter und Betroffene gehen heute in die zweite Verhandlungsrunde

Ulrich Zawatka-Gerlach

Die Bankgesellschaft Berlin trifft sich heute zum zweiten Mal mit den Anlegern ihrer geschlossenen Immobilienfonds, um über eine Auflösung der problematischen Geldanlagen zu verhandeln. Laut Tagesordnung sollen die wirtschaftliche Entwicklung der Fonds – in die 76 000 Anleger knapp 2,7 Milliarden Euro investiert haben – und die finanziellen Folgen eines Ausstiegs für die Zeichner und das Land Berlin diskutiert werden.

„Ich halte eine Einigung grundsätzlich für möglich, die den wirtschaftlichen Interessen beider Seiten gerecht wird“, sagte die Anlegervertreterin Kerstin Kondert gestern. Die Anleger warteten nun „gespannt auf substantielle Angebote“. An dem Treffen nehmen auch führende Vertreter der IBAG (Immobilientochter der Bankgesellschaft), des Fondsverwalters IBV und der landeseigenen Gesellschaft „zum Controlling der Immobilien- Altrisiken“ teil.

Nach Informationen des Tagesspiegels peilen die Bankgesellschaft und der Senat folgende Lösung an: Für jeden Fonds wird den Anlegern eine pauschale Abfindung angeboten. Wird dies akzeptiert, könnten die Gesellschafterversammlungen der einzelnen Fonds mit einer Mehrheit von 75 Prozent der Auflösung nach zehn Jahren zustimmen. Diese Frist soll eingehalten werden, damit die Zeichner den Verkaufserlös aus ihrem Fondsanteil nicht mehr versteuern müssen. Abfindungen „mit einem Nullergebnis“ machten keinen Sinn, sagte Kondert.

Sie wies daraufhin, dass ein nennenswerter Teil der Fondsbesitzer jetzt schon in großer Not seien, weil sie ihre Anteile ganz oder teilweise auf Kredit gekauft hätten. Die Landesbank Berlin, die unter dem Dach der Bankgesellschaft die meisten Fonds vertrieben hat, gehe gegenüber den Kreditnehmern „brutal vor“. Darlehen würden nicht gestundet, sondern gleich gekündigt. „Wir sind gehalten, die Forderung schnellstmöglich einzutreiben“, steht in einem Formschreiben der LBB an zahlungsunfähige Kunden, das dem Tagesspiegel vorliegt.

Sollte es – trotz der aufgeheizten Stimmung – zu einer Auflösung der problematischen Fonds kommen, könnte die Bank die frei gewordenen Immobilien verkaufen.

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