Berlin : Forderung nach Tempo 30 Zone: Demonstration mit tragbarem Zebrastreifen

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Verwirrte Blicke hinter Windschutzscheiben: Plötzlich gab es in der Silbersteinstraße einen Zebrastreifen, wo vor wenigen Augenblicken noch blanker Asphalt glänzte. Die Autofahrer waren in eine Aktion von Politikern des Bündnis 90 / Grüne geraten, mit der auf Gefahren für die Kinder der Silbersteinschule hingewiesen werden sollte. Als die ersten Schüler eintrafen, entrollten die Grünen auf der Silbersteinstraße eine Zebrastreifen-Folie und hielten den Autofahrern Tempo-30-Schilder entgegen.

Die Silbersteinschule kämpft seit 20 Jahren für eine Verkehrsberuhigung. Vor allem bemüht sie sich bis heute vergebens um die Einführung einer Tempo-30- Zone in der Silbersteinstraße. Diese galt jedoch als Durchgangsstraße für den LKW- Verkehr, so dass die Anträge immer wieder abgelehnt wurden. "Dabei stimmten die Politiker zu, gaben die Anträge aber an die Polizei weiter, und die lehnte letztendlich ab", sagt Konrektor Reiner Schneider, der seit 21 Jahren an der Schule ist. Vor fünf Jahren hörte man auf, Anträge zu stellen, da die Verlängerung der Stadtautobahn als Entlastung der Silbersteinstraße dienen sollte. Die wurde vor zwei Monaten in Betrieb genommen. "Jedoch hat der neue Abschnitt der A 100 bis jetzt keine Beruhigung vor der Schule gebracht, wie wir uns erhofften", sagt Schneider. Und warum nicht jetzt endlich die 30- Zone eingeführt wird, kann Schneider nicht verstehen. "Die Kinder müssen sich förmlich über die Straße kämpfen", sagt Schneider. Zum Glück seien bis jetzt noch keine schlimmen Unfälle passiert.

Demnächst werden die Bündnisgrünen einen Antrag zur Verkehrsberuhigung im Berliner Parlament einbringen. "Die Silbersteinstraße ist die am schlimmsten mit Schadstoffen belastete Straße in Berlin", sagt Michael Cramer, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen. "Dort muss sich endlich was tun." Auch nach der Eröffnung der Autobahnverlängerung diene sie immer noch als Schleichweg. Zudem sei sie immer noch nicht für Lastwagen gesperrt. Für Cramer ist es unverständlich, dass die zuständige Verwaltung immer noch die Einrichtung der Tempo-30-Zone, die Aufhebung des Gehwegparkens und das Aufmalen eines Zebrastreifen vor der Schule hinauszögert: "Muss denn erst etwas passieren, bis der Senat reagiert?"

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